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Gesundheitspolitik 9. November 2012

Minister Hundstorfer und Stöger eröffneten 10. Pflegekongress

Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Gesundheitsminister Alois Stöger haben heute, Donnerstag, den 10. Pflegekongress im Austria Center Vienna eröffnet.

Der Pflegekongress wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt und "pflegenetz" organisiert und läuft heuer unter dem Motto "Würde, Respekt und Mitgefühl".

 

"Das Sozial- und Gesundheitswesen ist der größte Jobmotor der Republik, dieser Sektor ist am Arbeitsmarkt jener mit den höchsten Zuwachsraten - und er wird noch weiter ausgebaut", betonte der Sozialminister. In der Langzeitpflege werden in den nächsten Jahren 17.000 bis 18.000 Mitarbeiter zusätzlich gebraucht, da die Bevölkerung immer älter wird.

Zum Pflegegeld sagte Hundstorfer, dass dieses in Österreich 5,1 Prozent der Bevölkerung erhalten, Österreich sei hier Weltmeister, "aber nicht, weil wir kränker wären, sondern weil wir so ein breit angelegtes System in sieben Stufen haben, was einen frühzeitigeren Zugang als in anderen Ländern ermöglicht. Wir sind stolz auf diesen 'Weltmeistertitel', er ist Ausdruck der sozialen Gesinnung in unserer Gesellschaft". Gesundheitsminister Stöger betonte: "In unserem Sozialstaat haben Menschen die Sicherheit, dass sie, wenn sie krank oder pflegebedürftig werden, die notwendige Hilfe bekommen."

Menschen gut versorgt

Die Menschen seien gut versorgt und das Gesundheitssystem habe gerade auch in der Krise die Wirtschaft stabilisiert. "Die Arbeitsplätze in diesem Bereich wurden ausgebaut, während in anderen Ländern Einschnitte im Sozial- und Gesundheitsbereich gemacht wurden", so Stöger. Sozialminister Hundstorfer sagte, dass es jetzt notwendig sei, das entsprechende Personal für die Pflege zu rekrutieren, dies laufe einerseits klassisch über Schulen, und andererseits soll es in Zukunft ermöglicht werden, aus seinem aktuellen Beruf heraus eine Ausbildung im Pflegebereich zu absolvieren. Auch über das bestehende AMS-Programm werden 4.000 bis 5.000 Menschen pro Jahr zu Pflegehilfen umgeschult. Weiters bedankte sich der Sozialminister dafür, dass die Begutachtung von Patienten zur Pflegegeldeinstufung durch Pflegepersonal "so hervorragend und in hoher Qualität" funktioniere. Für das Pflegegeld werden derzeit jährlich 2,4 Mrd. Euro ausgegeben und damit die soziale Sicherheit der Betroffenen gewährleistet.

Pflege sichtbar machen

Gesundheitsminister Alois Stöger bedankte sich für die Organisation des Kongresses, der dazu beiträgt, Pflege auch im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. "Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Würde, Respekt und Mitgefühl im Alltag umgesetzt werden können", sagte Stöger. In Österreich habe man sich bewusst dafür entschieden, den Sozialstaat und das Gesundheitssystem auszubauen und deren Finanzierung sicherzustellen. "Beispiel dafür ist die Absicherung der Krankenkassen und dass es gelungen ist, Beiträge des Finanzkapitals für die Pflege zu organisieren", betonte Stöger. Die Bankenabgabe etwa bringe 700 Mio. Euro ein, 300 davon fließen in den Pflegefonds und 100 in die Arbeitsmarktsicherung. "Durch Verteilungspolitik kann man viel bewirken", betonte der Gesundheitsminister. Anderswo würde hingegen z.B. die Mehrwertsteuer erhöht werden, um das Gesundheitssystem abzusichern.

Gesundheitsreform: mehr Investition in Pflege

"Wir haben mit Ländern, Sozialversicherung und Bund entschieden, mehr in Gesundheit und Soziales zu investieren, und zwar in dem Ausmaß, in dem sich die Volkswirtschaft weiterentwickelt und das Gesundheitssystem auch weiter zu modernisieren, etwa durch mehr Transparenz, ELGA und zahlreiche andere Maßnahmen", unterstrich Stöger. Die Gesundheitsreform stelle die Perspektive von Patientinnen und Patienten in den Vordergrund. Bessere Vernetzung und Zusammenarbeit der einzelnen Berufsgruppen in dem Bereich seien ebenfalls wünschenswert und notwendig. Die Minister bedankten sich beim Pflegepersonal für seine Leistungen: "Danke, dass Sie tagtäglich engagiert für die Gesellschaft arbeiten." Beide werden alles daran setzen, dass das hohe Niveau aufrecht bleibt.

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