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Gesundheitspolitik 7. November 2012

Viel besser, aber noch nicht gut genug

Ein Rechnungshofbericht bescheinigt zwei Reformpoolprojekten zwar Verbesserungen bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten, sieht aber noch manches Potenzial nach oben.

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und Hauptursache für lebenslange Behinderungen. Österreichweit erleiden jährlich rund 24.000 Menschen einen potenziell lebensgefährlichen Schlaganfall durch einen Gefäßverschluss infolge eines Thrombus im Gehirn. An die 60.000 Personen leiden an den Spätfolgen, die Zahl der jährlichen Todesopfer beträgt etwa 5.000. Schlaganfälle nehmen mit dem Alter zu, immer öfter sind aber auch Menschen unter 45 Jahren betroffen. Das liegt vor allem an den Risikofaktoren Übergewicht, Diabetes oder Rauchen. Jüngere Menschen kommen sehr oft erst spät ins Krankenhaus, weil sie gar nicht damit rechnen. Jeder fünfte Patient mit akutem Schlaganfall hatte bereits zuvor einen Hirninfarkt, ohne dass ihm das vorher bewusst war. Um die Versorgung von Schlaganfallpatienten entlang der gesamten Prozesskette – vom Eintritt des Schlaganfalls über die Akutbehandlung bis zur Rehabilitation – zu optimieren, wurden unter anderem in der Steiermark und in Oberösterreich Reformpoolprojekte gestartet. Der Rechnungshof hat die Ergebnisse nun kritisch beleuchtet und kommt zu einem differenzierten Urteil. Zum einen attestiert er dem oberösterreichischen Projekt eine „deutliche Verbesserung“, dem steirischen zumindest eine „teilweise Verbesserung“ der Versorgung. Zum anderen ortet er aber nach wie vor Verbesserungspotenzial, etwa in den Bereichen schlechte Datenbasis, Genderproblematik oder im Interhospitaltransfer.

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Standpunkt 1
Brüche in Versorgungskette eliminieren
"Regelungen der Zuständigkeiten und mehr Qualität bei der Dokumentation wären wichtige Schritte".
Dr. Josef Moser Präsident des Österreichischen Rechnungshofes
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Standpunkt 2
Keine Zeit für fehlerhafte Abläufe
"Wir nehmen Anregungen und Kritik sehr ernst, jeder Vorschlag des Rechnungshofes wird geprüft".
Andreas Eckschlager Leiter „Integrierte Versorgung Schlaganfall Oberösterreich“ (IVSOÖ)
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Standpunkt 3
Der Prozess ist das Ziel
"Genderspezifische Erkenntnisse müssen in den Versorgungsprozess mit einbezogen werden."
Dr. Johannes Koinig Stellvertretender Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark, Versorgungsplanung und Qualitätsarbeit
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V. Weilguni, Ärzte Woche 45/2012

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