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Gesundheitspolitik 27. Oktober 2012

Standpunkte: Unterschätztes Gesundheitsrisiko Lärm

Ein Tiroler Arzt wirft der Politik eine zu lasche Umsetzung der geltenden EU-Umgebungslärmrichtlinie vor und hat eine „Lärmpetition“ im Tiroler Landtag eingebracht.

2002 ist eine Umgebungslärmrichtlinie der Europäischen Union in Kraft getreten, deren Ziel es ist, „die schädlichen Auswirkungen des Umgebungslärms auf die menschliche Gesundheit sowie unzumutbaren Belästigungen durch Umgebungslärm vorzubeugen oder entgegenzuwirken und ruhige Gebiete zu erhalten.“ Laut Ansicht des Innsbrucker Internisten Dr. Maximilian Ledochowski hat die Tiroler Landesregierung bisher kaum etwas unternommen, um die europäischen Vorgaben auch entsprechend wirksam für Tirol umzusetzen. „Damit der Schutz der Gesundheit nicht nur ein Lippenbekenntnis der Politiker bleibt, sondern tatsächlich Taten gesetzt werden“, argumentiert Ledochowski, habe er im Tiroler Landtag eine Petition eingebracht. Darin werden die politisch Verantwortlichen aufgefordert, die EU-Umgebungslärmrichtlinie endlich umzusetzen, indem „die bestehenden Gesetze rigoroser exekutiert und fehlende Gesetze beziehungsweise Lärmschutzverordnungen erstellt“ werden. Außerdem wird eine ständige Kommission vorgeschlagen, der Vertreter aller im Landtag vertretenen Parteien sowie entsprechende Experten, etwa Ärzte und Juristen, angehören sollten. Diese Kommission sollte sich mit den Problemen des Lärmschutzes für die Tiroler Bevölkerung befassen und den Landeshauptmann sowie die Landesregierung in Fragen der Lärmbelästigung und des Lärmschutzes kompetent beraten. Zudem sollte sie Anlauf- und Beschwerdestelle für die Tiroler Bevölkerung sein. Bisher hat allerdings keine der sechs im Landtag vertretenen Parteien das Thema aufgegriffen.

Ledochowski_  Tilg   Marth

Standpunkt 1
Lärm als Krankmacher
"Lärm wird noch immer als Kavaliersdelikt und nicht als gesundheitlicher Risikofaktor gesehen".
Doz. Dr. Maximilian Ledochowski Leiter der Abteilung für Ernährungsmedizin der Universitätskliniken Innsbruck
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Standpunkt 2
Verpflichtungen nachgekommen
"Maßgebliche Rechtsvorschriften stellen keine verbindlichen Grenzwerte für Lärmimmissionen auf.
Prof. DI Dr. Bernhard Tilg Landesrat für Gesundheit, Wirtschaft und Verkehr der Tiroler Landesregierung
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Standpunkt 3
Ambitionierte WHO-Grenzwerte
"Entscheidend ist nicht nur die Höhe des Lärmpegels, sondern auch dessen Frequenz und Inhalt".
Prof. DDr. Egon Marth Vorstand des Instituts für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltschutz an der MedUni Graz
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V. Weilguni, Ärzte Woche 43/2012

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