zur Navigation zum Inhalt
© Photos.com plus
 
Gesundheitspolitik 11. Oktober 2012

Standpunkte: Kündigung des DMP „Therapie aktiv“in Niederösterreich

Die Niederösterreichische Ärztekammer hat – aus Sicht der Partner „völlig überraschend“ – den Vertrag für das Disease-Management-Programm für den Typ-2-Diabetes gestoppt und stößt damit auf Unverständnis.

Das Projekt „Therapie aktiv“ verfolgt das Ziel, bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 Folgeschäden wie Herzinfarkt, Nierenversagen oder Amputationen zu verhindern. Es beinhaltet regelmäßige Gesundheits-Checks und Gespräche mit speziell geschulten Ärzten. Als Langzeitbetreuungsprogramm konzipiert, startete das Reformpoolprojekt ursprünglich 2007 im Waldviertel. Seit 2009 wird es flächendeckend in ganz Niederösterreich angeboten. Derzeit machen 5.800 Patienten und 153 Ärzte freiwillig mit. Als Grund für die nun erfolgte einseitige Kündigung seitens der Kurienversammlung nannte NÖ-Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner fehlende nachhaltige medizinische Erfolge – „Es führt zu keiner Besserung, die Werte der Patienten verbessern sich nur kurzfristig“ –, fehlendes Patienteninteresse – „Nur die Diabetiker, die ohnehin gesund leben, machen mit“ – sowie eine aufwändige Bürokratie. Die Ärztekammer würde versuchen, sinnlose Leistungen zu reduzieren, daher sei der jetzt erfolgte „Stopp“ eine logische Konsequenz. NÖGUS und NÖGKK reagierten ebenso mit Unverständnis und harscher Kritik auf die Entscheidung der Kammer, wie auch die verantwortliche Gesundheitslandesrätin Karin Scheele, Patienten-Selbsthilfegruppen und der niederösterreichische Patientenanwalt Gerald Bachinger. Aber auch manche Ärzte, die aktiv in das Projekt involviert sind, können die Argumentation ihrer Standesvertretung nicht nachvollziehen und wollen weitermachen.

 MR Dr. Dietmar Baumgartner  Mag. Jan Pazourek  Dr. Karl Danzinger

 Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

 

Standpunkt 1
Entscheidung steht fest
„Gewinnorientiertes System statt solidarisch finanzierte Gesundheitsversorgung.“
> Standpunkt lesen

Standpunkt 2
Kündigung ist unverständlich
„Wir investieren in diagnostische und therapeutische Sicherheit für Arzt und Patient.“
> Standpunkt lesen

Standpunkt 3
Mehr Zeit für Patienten
„Meine positiven Erfahrungen decken sich mit den Daten der Evaluierung.“
> Standpunkt lesen

V. Weilguni, Ärzte Woche 41/2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben