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Vorrang für Investitionen, betont die Ärztekammer.
 
Gesundheitspolitik 3. Oktober 2012

Vorrang für Verbesserungen der Gesundheitsversorgung

Ärztekammer: Krankenkassen-Überschüsse in Gesundheitsversorgung investieren.

Nach der Übererfüllung der politischen Finanzziele durch die Krankenkassen sieht nun die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) die "dringende Notwendigkeit", umgehend in einen Ausbau der Gesundheitsversorgung durch niedergelassene Ärzte zu investieren. Es gehe um die überfällige Entlastung der stationären und ambulanten Spitalseinrichtungen, stellte ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger am Dienstag in einer Aussendung fest.

 

Es sei im Wesentlichen auf die konsequente Mitarbeit und Hilfe der Ärzte und Ärztinnen zurückzuführen, dass die Krankenkassen bereits heuer ihre Sparziele für 2013 erreicht hätten, sagte Wechselberger.

Der Ärztepräsident: "Es mutet eigenartig an, wenn die Krankenkassen und der Gesundheitsminister über Finanzerfolge der Sozialversicherung jubeln, wie die Chefs eines internationalen Großkonzerns. Indessen drohen die Leistungen der Sozialversicherungen für die Bevölkerung und die Kranken an dieser aktuellen Grundausrichtung unserer Gesundheitspolitik Schaden zu nehmen."

Vorrangig in Versorgung investieren

Wechselberger sieht daher "den absoluten Vorrang für Investitionen in eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch niedergelassene Ärzte". Rasche Maßnahmen müssten zu einer Erweiterung der zeitlichen und örtlichen Verfügbarkeit ärztlicher Hilfe, etwa durch die Umsetzung von neuen praktikablen Zusammenarbeitsformen führen.

Im Weiteren habe die Gesundheitspolitik umgehend für eine Attraktivierung des Arztberufes in Niederlassung und Spital zu sorgen, um weiteren Abwanderungstendenzen österreichischer Ärztinnen und Ärzte entgegenzuwirken. "Es kann ja nicht sein, dass wir sehenden Auges in einen Ärztemangel hineintorkeln, da immer weniger Mediziner in der Lage und willens sind, unter den gegebenen extrem schwierigen Bedingungen als Ärzte zu arbeiten", sagte Wechselberger. Bekanntlich klagen zunehmend Spitäler darüber, wie schwierig die Besetzung freier Arztstellen sei. "Auch für Arztpraxen besonders in entlegenen Gebieten finden wir kaum noch Nachfolger. Wenn die Politik nicht rasch reagiert, droht die medizinische Versteppung ganzer Landstriche", sagte der Ärztekammerchef abschließend.

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