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Gesundheitspolitik 2. Oktober 2012

Bedenken gegen Tierversuchsgesetz-Entwurf

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) kritisiert den vorliegenden Entwurf zum neuen Tierversuchsgesetz.

Hauptkritikpunkte sind die Erschwerung der biomedizinischen Grundlagenforschung und der mögliche Verlust des geistigen Eigentums. Dies führt zu einer Benachteiligung österreichischer Forscher(innen) im internationalen Wettbewerb und zur Hemmung des medizinischen Fortschrittes in Österreich.

Die ÖAW befürchtet einen deutlichen Wettbewerbsnachteil für die österreichische biomedizinische Forschung, sollte das Tierversuchsgesetz in der vorgesehenen Form in Kraft treten. Der neue Gesetzesentwurf fordert, bereits in der Antragsphase "den Versuchsablauf jedes Tierversuchs zu veröffentlichen, um eine Kontrolle durch die Öffentlichkeit zu ermöglichen". Für die unter internationalem Wettbewerbsdruck stehenden Forscher(innen) sei dies inakzeptabel, weil damit die Möglichkeit des Verlusts des geistigen Eigentums bestehe.

Die Akademie der Wissenschaften: Bei einer derartigen Regelung wird es zudem in einigen Forschungsbereichen nahezu unmöglich, hochrangige und erfolgreiche Forscher(innen), welche die österreichische Forschungslandschaft mit ihrer Expertise bereichern können, aus dem Ausland nach Österreich zu berufen.

Kontrolle für medizinischen Ziele

Ein weiterer Kritikpunkt der ÖAW ist, dass sich zukünftig die Kontrolle der Behörden nicht auf die Eingriffe am Tier selbst beschränkt, sondern dass von der Behörde festgestellt werden soll, ob ein medizinisches Ziel den dafür notwendigen Tierversuch rechtfertigt.

Viele Beispiele zeigten, so die ÖAW, dass Tierversuche für wissenschaftliche Erfolge als Grundlagen wirkungsvoller Behandlungen von Patient(inn)en unersetzbar sind.

Die ÖAW als die führende Trägerin außeruniversitärer Grundlagenforschung spricht sich daher für eine sachliche Bearbeitung des Themas aus, bei der neben ethischen Aspekten des Tierschutzes medizinische und wirtschaftliche Argumente berücksichtigt werden müssen. Das Ziel müsse es sein, auch in Zukunft erstklassigen medizinischen Fortschritt zu ermöglichen und Österreich weiterhin als attraktiven Forschungsstandort zu erhalten.

www.oeaw.ac.at/

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