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Gesundheitspolitik 6. Oktober 2012

Standpunkte: Sorge um Patientensicherheit in Privatspitälern – berechtigt?

Die neue Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz bezweifelt, dass Belegspitäler bei auftretenden Komplikationen oder in puncto Nachbetreuung Patienten immer optimal betreuen können. Die Privatkliniken wehren sich gegen „unsachliche“ und „unwahre“ Behauptungen.

„Mir liegen einige Fälle von Patienten vor, die von einem auswärtigen Arzt operiert wurden, die aber, als der Arzt schon gegangen war, bei Komplikationen nicht behandelt wurden“, sagte Dr. Sigrid Pilz gegenüber der APA und kritisierte damit öffentlich das in Privatspitälern übliche Belegarztsystem. Und die neue Wiener Patientenanwältin legte noch nach: Von einer optimalen und sicheren Nachbetreuung, „so wie es sich Privatpatienten wünschen“, könne keine Rede sein, erläutert Pilz, im besten Fall sei in den Privatkliniken versucht worden, den Belegarzt telefonisch zu kontaktieren, was oft schwierig sei oder zumindest wertvolle Zeit kosten könnte. Außerdem würde in kleineren Privatspitälern oft die technische Infrastruktur fehlen, um bei auftretenden Komplikationen rasch reagieren zu können, was dann in der Folge entsprechende Überstellungen in öffentliche Spitäler erforderlich mache. Pilz fordert daher Minimalstandards in der Ausstattung von Privatspitälern sowie eine verstärkte Informationspflicht gegenüber Patienten. Die Privatkliniken reagierten mit einer scharfen Replik auf die Vorwürfe, sprachen von „unsachlichen und unwahren Behauptungen“, die alleine das Ziel hätten, Privatpatienten „in die öffentlichen Krankenanstalten zu locken“. Die Patientensicherheit sei in privaten Krankenhäusern jedenfalls ebenso gewährleistet wie in öffentlichen.

„Mir liegen einige Fälle von Patienten vor, die von einem auswärtigen Arzt operiert wurden, die aber, als der Arzt schon gegangen war, bei Komplikationen nicht behandelt wurden“, sagte Dr. Sigrid Pilz gegenüber der APA und kritisierte damit öffentlich das in Privatspitälern übliche Belegarztsystem.

Und die neue Wiener Patientenanwältin legte noch nach: Von einer optimalen und sicheren Nachbetreuung, „so wie es sich Privatpatienten wünschen“, könne keine Rede sein, erläutert Pilz, im besten Fall sei in den Privatkliniken versucht worden, den Belegarzt telefonisch zu kontaktieren, was oft schwierig sei oder zumindest wertvolle Zeit kosten könnte.

Außerdem würde in kleineren Privatspitälern oft die technische Infrastruktur fehlen, um bei auftretenden Komplikationen rasch reagieren zu können, was dann in der Folge entsprechende Überstellungen in öffentliche Spitäler erforderlich mache.

Pilz fordert daher Minimalstandards in der Ausstattung von Privatspitälern sowie eine verstärkte Informationspflicht gegenüber Patienten.

Die Privatkliniken reagierten mit einer scharfen Replik auf die Vorwürfe, sprachen von „unsachlichen und unwahren Behauptungen“, die alleine das Ziel hätten, Privatpatienten „in die öffentlichen Krankenanstalten zu locken“.

Die Patientensicherheit sei in privaten Krankenhäusern jedenfalls ebenso gewährleistet wie in öffentlichen.

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Mag. Cornelia Obermeier, MAS Generalsekretärin des Verbandes der Privatkrankenanstalten Österreichs

 

 

 

 

V. Weilguni, Ärzte Woche 40/2012

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