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Gesundheitsstadträtin Wehsely erprobt die Erste-Hilfe-Maßnahme mit dem Defi.
 
Gesundheitspolitik 28. September 2012

Strom fürs Leben - Österreich wird HERZsicher

Anlässlich des Welt-Herz-Tages am 29. September präsentierte der Verein Puls zur Bekämpfung des plötzlichen Herztods die Kampagne „Strom fürs Leben“.

 

Harry Kopietz, Erster Präsident des Wiener Landtags und Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely präsentierten gemeinsam mit dem Verein Puls zur Bekämpfung des plötzlichen Herztods die Kampagne "Strom fürs Leben".

 

Das Projekt bietet österreichweit in Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Österreich und unter wissenschaftlicher Leitung der MedUni Wien eine neue Erste Hilfe App mit "Defi-Finder-Funktion" sowie 60 in Wien, in Zusammenarbeit mit Stadt Wien und Gewista neu geschaffene, frei zugängliche, Defi-Säulen. Beide Maßnahmen sollen die Standorte von im Fall eines Herz-Kreislauf-Stillstands Leben rettenden öffentlichen Defibrillatoren besser auffindbar machen - so wird Erste Hilfe für ErsthelferInnen leichter umsetzbar und Österreich wird "HERZsicher".

Bekämpfung des plötzlichen Herztods

Bei einem plötzlichen Herzstillstand zählt jede Minute. Bis die Rettungskräfte vor Ort sind, spielen Laien in der Wiederbelebung eine wichtige Rolle: "Durch kräftigen Druck in der Mitte des Brustkorbes und den raschen Einsatz eines Defibrillators können ZeugInnen eines Herz-Kreislauf-Stillstands effizient Hilfe leisten und so die Überlebenschance von derzeit zehn auf über 60 Prozent erhöhen", bringt Mario Krammel, geschäftsführender Präsident des Verein Puls zur Bekämpfung des plötzlichen Herztods und Notfallmediziner an der Universitätsklinik für Anästhesie, allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie der MedUni Wien die Wichtigkeit von Erster Hilfe auf den Punkt. Bei diesen lebensrettenden Erstmaßnahmen unterstützen und Österreich "HERZsicher" machen will deshalb der Verein Puls zusammen mit seinen PartnerInnen Arbeiter-Samariter-Bund Österreich, Stadt Wien, Gewista und Medizinischer Universität Wien.

Erste Hilfe App "Samariter" des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs

Einerseits bietet die neue Erste Hilfe App "Samariter" des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs allen NutzerInnenn von Apple-Geräten die Möglichkeit, Defi-Standorte in ganz Österreich zu ermitteln. Der aktuelle Standort der Helferin/des Helfers wird dabei per GPS ermittelt und die nächstgelegenen Defibrillatoren werden prompt angezeigt. Zusätzlich assistiert die App der Erstelferin/dem Ersthelfer bei lebensrettenden Erstmaßnahmen: "Die gratis Samariterbund-App unterstützt ErsthelferInnen Schritt für Schritt in Bild und Text: von der Absicherung eines Unfallortes, der richtigen Alarmierung bis hin zur Wiederbelebung nach einem Herzstillstand", erklärt ASBÖ-Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller. Das Programm kann gratis im iTunes App Store bezogen werden.

Umfunktionierte City Lights als "Defi-Säulen"

Im Ballungsraum Wien werden im Rahmen der "HERZSicherung" Österreichs vom Verein Puls in Zusammenarbeit mit Stadt Wien und Gewista zusätzlich 60 rund um die Uhr zugängliche umfunktionierte City Lights als "Defi-Säulen" installiert. Sonja Wehsely, Stadträtin für Gesundheit und Soziales und damit auch zuständig für die Wiener Berufsrettung, erklärt das Prinzip: "Jede dieser Säulen beinhaltet einen Defibrillator. Sobald dieser aus der Säule entnommen wird, stellt das Telefonmodul des mobilen Defi eine Sprechverbindung zur Notrufzentrale der Wiener Berufsrettung her. Diese sieht auch per GPS, wohin die Ersthelferin/der Ersthelfer mit dem Defi geht. So kann gleichzeitig ein Notruf abgesetzt und mit der Ersten Hilfe begonnen werden. Die MitarbeiterInnen der Notrufzentrale begleiten die Anruferin/den Anrufer Schritt für Schritt und erklären jede zu treffende Maßnahme ganz genau. Man kann daher bei der Ersten Hilfe wirklich nichts falsch machen, außer man tut nichts! Gerade die ersten Minuten sind lebensentscheidend. Diese neuen mobilen Defis können daher bis zum Eintreffen des professionellen Rettungsdienstes die so eminent wichtige Anfangszeit verkürzen - die Überlebenschancen steigen damit entscheidend." Das Projekt begleitend werden von Puls in Zusammenarbeit mit den Helfern Wiens künftig auch kostenlose Seminare angeboten, in denen einerseits Funktion und Handhabung von Defis erklärt, andererseits grundlegend das richtige Verhalten im Notfall geübt wird.

Stadt Wien forciert frei zugängliche Laien-Defibrillatoren

Harry Kopietz, Erster Präsident des Wiener Landtags und Botschafter von Puls, ergänzt: "Die Stadt Wien hat derzeit 190 frei zugängliche Laien-Defibrillatoren in Magistraten, Bädern oder Sportanlagen installiert. Mit zusätzlich 60 frei zugänglichen Defisäulen wird das lebensrettende Netz, das per App auch leicht gefunden werden kann, in Wien noch engmaschiger." Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Medizinischen Universität Wien: "Unser Ziel ist es, die Einsätze der Defisäulen auszuwerten, um so auf Basis von gesammelten Daten Einsatz und Nutzen der Geräte zu optimieren und bedarfsorientiert zu erheben, wo zusätzliche Defibrillatoren sinnvoll wären", erklärt Klaus Markstaller, Leiter der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesie und Intensivmedizin der MedUni Wien.

Daten und Fakten

In Österreich leiden etwa 40.000 Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen, mehr als 10.000 Österreicherinnen und Österreicher sterben jährlich am plötzlichen Herztod. Eine Ersthelferin/ein Ersthelfer kann die Überlebenschancen eines Menschen mit nur wenigen Handgriffen dramatisch steigern. Puls, der Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztods, setzt sich deshalb für frei zugängliche Laien-Defibrillatoren zur Reanimation ein.

Defibrillatoren - kurz "Defis" - beenden durch einen kontrollierten Stromstoß das lebensgefährliche Kammerflimmern, das bei 85 Prozent aller Fälle von plötzlichem Herztod beobachtet wird. Kammerflimmern führt sehr schnell zu einer Sauerstoff-Unterversorgung wichtiger Organe. Aus diesem Grund sind ein sofortige Herzdruckmassage und der schnelle Einsatz des Defibrillators wichtig, um schwere Folgeschäden zu verhindern. Erste Hilfe ist kinderleicht - und in Zukunft damit sogar noch leichter.

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