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© Aaron Amat / Fotolia.com
Nicht nur Tabak gibt Zigaretten die besondere Note, sondern Zusatzstoffe, die beim Verbrennen schädliche Substanzen abgeben können.
 
Gesundheitspolitik 28. September 2012

Zigaretten: Zucker, Lakritz, Kakao, Vanille ...

Zusatzstoffe verstärken das Gesundheitsrisiko.

Die Tabakindustrie verwendet zahlreiche Zusatzstoffe, um die Attraktivität von Zigaretten zu steigern. Welche Substanzen hier zum Einsatz kommen und welche Wirkung sie haben, darüber informiert das Projekt Public Information on Tobacco Control. Dieses wurde vom Deutschen Krebsforschungszentrum gemeinsam mit dem niederländischen Nationalen Institut für Öffentliche Gesundheit und Umwelt entwickelt. Im Rahmen dieses Projekts schalteten sechzehn europäische Länder Internetseiten frei, die über die vielfältigen Wirkungen von Tabakzusatzstoffen aufklären.

Zusatzstoffe können Zigaretten attraktiver machen, indem sie einige der unerwünschten Wirkungen, zu denen es beim Inhalieren von Tabakrauch kommt, unterdrücken. Einige überdecken den bitteren und scharfen Geruch und Geschmack des inhalierten Rauchs. Andere verringern seine atemwegreizende Wirkung, wodurch das Warnsignal des Körpers, dass der Rauch schädlich ist, beseitigt wird. Wieder andere färben Asche und Rauch weiß oder verbessern das Aussehen der Zigarette.

Zigaretten attraktiver machen

Die Internetseiten des EU-Projekts Information der Öffentlichkeit über Tabakkontrolle (Public Information on Tabacco Control, PITOC) bieten objektive Informationen über die Funktionsweise von vierzehn ausgewählten Zusatzstoffen und deren Wirkung auf die Gesundheit. Beschrieben werden unter anderem die Zusatzstoffe Zucker, Lakritz, Kakao, Menthol, Vanille, Zellulose und Glyzerin, welche die Hersteller dem Tabak gezielt zufügen, um die Zigaretten attraktiver zu machen.

So wird beispielsweise Vanille dem Tabak, dem Zigarettenpapier oder dem Filter zugefügt, um den scharfen Geschmack des Tabakrauchs zu überdecken. „Tabakzusatzstoffe erleichtern den Einstieg in das Rauchen und erschweren Rauchern aufgrund der angenehmeren Produkteigenschaften den Rauchstopp“, warnt Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum. „Damit werden bereits gefährliche Produkte noch gefährlicher.“ Darüber hinaus entstehen beim Verbrennen vieler Zusatzstoffe zahlreiche Chemikalien, unter denen sich auch Substanzen befinden, die die Internationale Agentur für Krebsforschung IARC in Lyon als krebserzeugend eingestuft hat.

Insgesamt haben Tabakzusatzstoffe eine beträchtliche Wirkung auf die öffentliche Gesundheit, denn sie machen gesundheitsgefährdende Produkte für die Konsumenten attraktiver. In Europa sterben jedes Jahr fast 700.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, in Deutschland allein 110.000 Menschen. Am EU-Projekt PITOC ist neben Deutschland auch Österreich beteiligt, außerdem die Niederlande, Belgien, Bulgarien, Polen, Rumänien, Estland, Malta, Dänemark, Vereinigtes Königreich, Norwegen, Frankreich, Finnland, Türkei und die Schweiz.

Report des Deutschen Krebsforschungsinstituts: http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/PITOC_Zusatzstoffe_in_Tabakprodukten.html

Download Factsheets: http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/PITOC/PITOC_Zusatzzstoffe_Tabakprodukte_combined_pdf.pdf

Factsheets zu den Zusatzstoffen 2-Furfural, Ammoniumverbindungen, Kakao, Glyzerin, Propylenglykol, Sorbit, Zucker und Acetaldehyd stehen in englischer Sprache auf der Webseite des RIVM http://www.tabakinfo.nl/ zur Verfügung.

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