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Gesundheitspolitik 28. September 2012

Gesund ≠ beliebt

Mit der Initiative „Unser Schulbuffet“ versucht das Gesundheitsministerium, mehr Qualität und Gesundheitsaspekte in die Schuljause zu bringen. Aber reicht das?

Ein Blick auf den Menüplan der 1.400 Buffets in Österreichs Schulen lässt oft Ernährungsexperten und Ärzte erschaudern. Das Angebot richtet sich nach ökonomischen Kriterien und damit ausschließlich nach der Nachfrage. Und gekauft wird mit Vorliebe alles, was fett und/oder süß ist – ein Schnitzel- oder Leberkäs-Semmerl etwa und Cola zum Nachspülen. Gesunde Alternativen fehlen meist oder werden stiefmütterlich be- und gehandelt. Denn die Betreiber der Schulbuffets sind Kaufleute und auf Profit angewiesen. Profit, der sich mit ausgewogener, gesunder, auf qualitativ hochstehenden und frischen Zutaten beruhender Ernährung kaum machen lässt. Areize sind demnach erforderlich, damit Schüler und Betreiber der Buffets zukünftig vermehrt zur gesunden Alternative greifen.

Eine kürzlich vorgestellte Leitlinie des Gesundheitsministeriums im Rahmen des nationalen Ernährungsplans setzt erstmals österreichweit einen einheitlichen Rahmen für Schulbuffets, denn sowohl das Schulwesen als auch die Gesundheitsförderung sind regional und länderspezifisch organisiert.

Ob allerdings begleitende Initiativen wie „Unser Schulbuffet“ (www.unserschulbuffet.at), die auf Beratung und Information setzen, für eine nachhaltige Ernährungsänderung ausreichen, wird von Kritikern bezweifelt.

Sie fordern drastischere „Lenkungsmaßnahmen“, etwa Verkaufs- oder Werbeverbote beziehungsweise strikte Auszeichnungspflichten.

Weiß_Walpurga_  Glazer_Judith   Saverschel_Theodor

Standpunkt 1
Gesund bleiben und leichter lernen
"Eine Verbesserung des Warenkorbs am Schulbuffet kann sich doppelt rechnen: für die Gesundheit und finanziell."
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Standpunkt 2
Aufklärung und Angebot sinnvoll ergänzen
"Speziell für Kinder und Jugendliche gilt: Was verboten ist, ist nur noch interessanter. Fördern ist daher absolut der richtige Ansatz".
Dr. Judith Glazer, Präsidentin der Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs (GSÖ)
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Standpunkt 3
Wie Eltern das Schulbuffet gestalten würden
"Die Aktion wird von einem Großteil der Eltern sehr positiv gesehen, besonders auch deshalb, weil es keine Verbote gibt."
Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs
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V. Weilguni, Ärzte Woche 39/2012

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