zur Navigation zum Inhalt
© Rainer Pfendl / shutterstock.com
 
Gesundheitspolitik 22. September 2012

Standpunkte: Mit der Kraft der Natur?

Das Interesse an natürlichen Arzneimitteln nimmt wieder stark zu. Bezüglich deren Wirkung und entsprechenden Qualitätskriterien gibt es aber noch erheblichen Forschungsbedarf.

Traditionelles Wissen um pflanzliche Arzneimittel wird in allen Regionen der Welt seit Jahrtausenden mündlich weitergegeben. Daher besteht weltweit großes Interesse an einer entsprechenden Dokumentation und wissenschaftlichen Evaluierung. Vergangene Woche fand an der Universität Graz der 13. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Ethnopharmakologie statt. Über 400 Wissenschaftler aus mehr als 60 Ländern setzten sich gemäß dem Motto der Veranstaltung „Es muss nicht immer gleich die chemische Keule sein“ mit der Wirkung, den Möglichkeiten und auch etwaigen Gefahren traditioneller pflanzlicher Arzneimittel auseinander. Im besonderen Fokus standen dabei altersbedingte Leiden wie Rheuma, Typ-2-Diabetes oder M. Alzheimer. Wirkstoffe unter anderem aus Rotwein, Amazonaspflanzen, Hopfen, indischem Basilikum oder Hülsenfrüchten könnten nach Ansicht der Ethnopharmakologen „ihren Teil in der Therapie“ solcher Krankheiten beitragen. Auf dem Gebiet der Ethnopharmakologie arbeiten Forscher aus den Bereichen Botanik, Chemie, Pharmazie, Pharmakologie, Toxikologie und Medizin eng zusammen, um ihre Expertisen in den komplexen Prozess eindeutiger Beweisfindung für die positive Wirkung eines Arzneimittels einzubringen. Neben der Wirkung traditionell eingesetzter Heilmittel aus der Natur geht es aber auch um die Identitätsprüfung der Pflanzen sowie die Kontrolle der Qualität der gewonnenen Extrakte.

R_Bauer_Portrait   Pils_2012  AK_OHP_Martin_Peithner

Standpunkt 1
Ethnopharmakologen tagten an der Uni Graz
"Die Ethnopharmakologie leistet einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelentwicklung".
Prof. Dr. Rudolf Bauer Leiter des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften der Uni Graz, Chairman „13. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Ethnopharmakologie
> Standpunkt lesen

Standpunkt 2
Unterstützend, nicht ersetzend
"Kenntnisse über Erfolgswahrscheinlichkeit, Interaktionen und Nebenwirkungen sind erforderlich".
Dr. Katharina Pils MZ-Sophienspital, Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie
> Standpunkt lesen

Standpunkt 3
Problematische Abgrenzung
"Qualitätsrichtlinien und Vorgaben für Arzneimittel auch für Nahrungsergänzungsmittel anwenden."
 Mag. Martin Peithner, MBA Geschäftsführer Austroplant-Arzneimittel GmbH, Vorstandsmitglied der Pharmig
> Standpunkt lesen

 

V. Weilguni, Ärzte Woche 38/2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben