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Gesundheitspolitik 14. September 2012

Ärztekammer befürwortet Kostenersatz bei Burn-out-Therapien

Der Präsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres, begrüßt ausdrücklich den Vorstoß der Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien (KFA), die Kosten für die Psychotherapie von Burn-out-Patienten zu tragen. Er hofft, dass diesem Beispiel schon bald auch andere Versicherungsträger folgen werden und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte diese Leistungen flächendeckend abrechnen können.

"Psychische Erkrankungen durch Stress und Überarbeitung sind im Vormarsch. Wenn es um die Finanzierung geht, hat die Therapie von seelischen Erkrankungen bei den Krankenkassen leider nach wie vor einen geringeren Stellenwert als die Behandlung von körperlichen Krankheiten", betont Szekeres. Das sei jedoch "keineswegs mehr zeitgemäß", da man auf die gesellschaftlichen Veränderungen und die immer häufiger auftretenden Stresserkrankungen entsprechend reagieren müsse.

"Es ist in Österreich zwar kein Problem, rasche medizinische Hilfe zu bekommen, wenn man mit einem gebrochenen Bein ins Spital eingeliefert wird. Menschen, die unter massiven psychischen Problemen, wie beispielsweise auch Burn-out, leiden, lässt man hingegen mit monatelangen Wartezeiten für einen bezahlten Beratungsplatz im Regen stehen", kritisiert der Ärztekammerpräsident.

Auch beim Thema Vorsorge wünscht sich Szekeres "mehr Initiativen der politisch Verantwortlichen für die seelische Gesundheit der Bevölkerung", zumal es auch darum gehe, Langzeitkrankenstände und Folgekosten, die durch unbehandelte Burn-out-Erkrankungen entstehen, zu vermeiden.

Die Initiative der KFA bezeichnet Szekeres als "einen guten Anfang". "Mit einer vernünftigen Verlagerung der finanziellen Ressourcen muss es möglich sein, dass auch die übrigen Krankenkassen mit einem Kostenersatz für Burn-out-Therapien nachziehen", so Szekeres.

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