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Gesundheitspolitik 14. September 2012

Widersacher oder Nutznießer?

Aufwändig entwickelte und daher teure Originalmedikamente gegen günstig „nachgemachte“ Generika – so lautet das Match. Oder können beide auch ganz gut miteinander leben?

Das IMS HEALTH Institut, einer der weltweit führenden Anbieter von Informationen und Dienstleistungen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie, hat im Auftrag des Österreichischen Generikaverbandes die „Durchdringung des generikafähigen Arzneimittelmarktes mit Generika“ untersucht. Auf dieser Basis hat das Institut somit eine „mögliche Gesamtersparnis im Arzneimittelmarkt bei ausschließlichem Generikaeinsatz für das Jahr 2011“ ermittelt. Die zentralen Ergebnisse der Studie lauten kurz gefasst: Bezogen auf „Zähleinheiten“ hält der generikafähige Markt 89 Prozent am Gesamtmarkt. Mehr als die Hälfte dieses Marktanteils nehmen jedoch patentfreie Erstanbieterprodukte ein. Diese kosten um durchschnittlich 55 Prozent mehr als Generika. Eine gänzliche Bedienung des generikafähigen Marktes durch Generika würde somit hochgerechnet eine zusätzliche Ersparnis von 13 Prozent des österreichischen Apotheken-Gesamtmarktes bzw. 24 Prozent des generikafähigen Marktes ermöglichen. Das wären rund 256 Millionen Euro. Eine weltweite IMS-Studie widerlegt zudem das Argument, wonach ein verstärkter Einsatz von Generika der medizinisch-pharmazeutischen Forschung schaden würde und damit innovationsfeindlich wäre. Laut IMS weisen Gesellschaften mit einem hohen Generika-Anteil – wie etwa die USA – besonders hohe Forschungsquoten auf. „Der therapeutische Fortschritt wird durch den Einsatz von Generika vorangetrieben“, so eine der Schlussfolgerungen der Studie.

Baumgaertel  Pichler  Leiter 

Standpunkt 1
Gleichwertigkeit wissenschaftlich geprüft
"Pro Jahr könnten zusätzlich dreistellige Millionenbeträge an Arzneimittelkosten eingespart werden".
Dr. Christoph Baumgärtel, AGES Medizinmarktaufsicht, Leiter medizinisch-klinische Begutachtung, Experte in der Pharmacokinetic-Expert Group und Safety Working Party der EMA 
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Standpunkt 2
Headroom for Innovation
"Das so oft zitierte Match Generika gegen Orginalpräparate gibt es in Wahrheit nicht.
Dr. Ronald Pichler, Generalsekretär des FOPI-Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich, External Affairs
Director bei GlaxoSmithKline Austria
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Standpunkt 3
Chancen und Einspareffekte
"Der Einsatz von Generika ist entscheidend für eine quantitative und qualitative Gesundheitsversorgung".
Bernd Leiter, Präsident des Österreichischen Generikaverbandes
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V. Weilguni, Ärzte Woche 37/2012

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