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Kein Ausbildungsplatz in der Wiener Gerichtsmedizin.
 
Gesundheitspolitik 4. September 2012

Gefahr für zukünftige Obduktionen?

Kritik wegen fehlender Ausbildungsstellen für Gerichtsmedizin in Wien.

 

Die Ärztekammer kritisiert massiv den Umstand, dass es derzeit in Wien keine einzige Ausbildungsstelle für Gerichtsmedizin gebe. Damit sei fraglich, ob auch in Zukunft alle gerichtsmedizinisch notwendigen Obduktionen durchgeführt werden könnten, was zu "Schlupflöchern hinsichtlich der Erkennung und Aufklärung von Verbrechen" führen werde, wie der Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Hermann Leitner, betonte.

 

In einer einstimmigen Resolution hat der Vorstand gestern, Montag, Abend die zuständigen Ministerien sowie die Stadt Wien aufgefordert, "raschest Maßnahmen zu setzen, um eine funktionierende Gerichtsmedizin in Wien auf lange Sicht sicherzustellen". Dazu gehöre neben der notwendigen räumlichen Infrastruktur vor allem die Etablierung von Ausbildungsstellen, denn sonst drohe "ein Ausverkauf der Gerichtsmedizin" in Wien.

Resolution an Ministerien und die Stadt Wien

Konkret richtet sich die Resolution an das Innen-, Justiz- und Wissenschaftsministerium sowie die Stadt Wien. Leitner: "Seit Jahren begleitet uns in Wien das Thema Gerichtsmedizin." Eine Reihe von Protesten in den letzten Jahren hätte zwar zu ein paar Verbesserungen hinsichtlich der Ressourcen geführt, aber: "Nach wie vor fehlen Ausbildungsstellen, wodurch die Heranbildung des ärztlichen Nachwuchses in diesem Bereich unmöglich gemacht wird."

Gerade die Gerichtsmedizin könne in Wien auf eine lange und erfolgreiche Tradition verweisen, nun drohe sie "auszusterben". Es sei eine Schande, dass es so weit gekommen sei, nur weil sich die beteiligten Stellen nicht einigen könnten, wer nun die finanziellen Mittel für die Etablierung von Ausbildungsstellen zur Verfügung zu stellen habe. "Damit riskieren wir, dass zukünftig viele Verbrechen nicht aufgeklärt werden können, einfach deshalb, weil sie als solches gar nicht erkannt werden", so Leitner, der einen runden Tisch aller beteiligten Politiker einfordert, "um rasch zu einer befriedigenden Lösung zu kommen".

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