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Gesundheitspolitik 15. Juni 2009

Versicherungskarte für Europas Bürger

Im Sommer ist Hochsaison für heimische Ärzte, verunfallte oder erkrankte Österreichurlauber zu behandeln.

Die Chance, dass Österreichs Ärzte statt einer lindgrünen eine blaue oder auch anders gefärbte Versicherungskarte vom Patienten vorgelegt bekommen, ist durchaus groß. Denn die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) ist bereits in 31 Staaten etabliert.

Die EKVK ist eine kostenlos erhältliche Karte, die den Karteninhabern garantiert, dass sie denselben Zugang zu Einrichtungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung erhalten wie Bürger des Landes, das sie besuchen. Sie kann unabhängig von der Nationalität von jedem genutzt werden, der über ein staatliches Krankenversicherungssystem eines der 27 EU Länder sowie Islands, Liechtensteins, Norwegens oder der Schweiz versichert ist. Die EKVK hat das Formular E111 ersetzt und den Verwaltungsaufwand für das medizinische Personal sowie für Patientinnen und Patienten deutlich verringert.

Die Europäische Gesundheitskarte ist leicht zu erkennen. Die Vorderseite sieht in allen Ländern gleich aus und enthält die gleichen Informationen in der jeweiligen Landessprache. Die Rückseite der Karte unterscheidet sich von Land zu Land. Die Ansichten von Vorder- und Rückseite der Karten können auf http://ec.europa.eu aufgerufen werden.

Aktuelle Statistiken

Die Europäische Kommission hat vor kurzem neue Statistiken veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die Anzahl der im Umlauf befindlichen Karten die Marke von 180 Millionen übertroffen hat. Tatsächlich ist die Anzahl der Karteninhaber in Europa seit der Einführung der Karte im Jahr 2004 in jedem Jahr gestiegen. Trotzdem besitzen erst 30 Prozent aller europäischen Bürger eine Karte.

Dank des einheitlichen Aussehens wissen Gesundheitsdienstleister, dass der Karteninhaber über ein gesetzliches Krankenversicherungssystem in seinem Heimatland versichert ist und dass er Anspruch auf dieselbe Behandlung hat wie Patienten des jeweiligen Landes, in dem er oder sie sich gerade befindet.

Die Verwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte setzt die Einrichtung der Datenbank, die Code List Database, voraus. Damit können alle Versicherungsträger ermittelt werden, die im Rahmen der europäischen Koordinierungsvorschriften im Bereich der sozialen Sicherheit anfallende Kosten für Gesundheitsleistungen erstatten.

„Da immer mehr Reisende eine Karte besitzen, werden die Gesundheitsdienstleister auch vertrauter mit den Verfahren zur Behandlung ausländischer Patienten“, so ein Vertreter der Europäischen Kommission. „Die Daten befinden sich immer an derselben Stelle auf der Karte. Einziger Unterschied ist das Gültigkeitsdatum – jeder Staat kann selbst entscheiden, wie lange die Karte gültig ist.“

Quelle: Europäische Kommission

http://ehic.europa.eu

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