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Im bergigen Westen ist man gesünder als im Osten.
 
Gesundheitspolitik 3. September 2012

Wie es der Generation 65+ in Östereich geht

Bericht zur aktuellen Lage der über 64-jährigen vorgestellt: Regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede.


Die rund zwei Millionen Senioren in Österreich werden immer älter. Ihr Anteil wird bis 2030 von derzeit 18 auf 24 Prozent im Jahr 2030 steigen, ihre unterschiedlichen Gesundheitsprobleme rücken spätestens dann umso mehr in den Fokus. Wie es aktuell im ihre Gesundheit bestellt ist, erläuterten die Präsidenten des Seniorenrats gemeinsam mit Gesundheitsminister Alois Stöger im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien.



Immerhin: Mehr als die Hälfte der Älteren beurteil demzufolge ihren eigenen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Es handelt sich allerdings nicht um eine heterogene Gruppe, wie die Untersuchung zeigt. Andreas Khol und Karl Blecha, präsentierten den aktuellen Bericht "Gesundheit und Krankheit der älteren Generation in Österreich". Auf 164 Seiten wurde dabei erstmals umfassend eine datenbasierte Darstellung von Gesundheit und Krankheit der älteren und alten Menschen in Österreich vorgenommen, die unter anderem zu folgendem Ergebnis kommt: "Im Westen ist man insgesamt gesünder als um Osten", erläuterte Stöger. Und: Das Alter ist weiblich. Bei den über 84-Jährigen liegt der Frauenanteil bei fast zwei Drittel (74 Prozent); auch weit mehr als die Hälfte (58 Prozent) der über 64-Jährigen sind weiblichen Geschlechts.

Ost-West-Gefälle


Eindeutig feststellbar ist darüber hinaus ein Ost-West-Gefälle mit weit mehr älteren Menschen im Osten, und viel gesünderen Personen im Westen. Bei den Damen liegt die Lebenserwartung zur Zeit bei 83, die Herren kommen 78 Jahren. Verfügen sie über eine gute Gesundheit, können beide Geschlechter 56 Jahre ohne chronische Krankheiten leben. Ebenfalls für alle gilt, dass die sozialen Rahmenbedingungen gerade in dieser Altersgruppe ein besonders prägender Faktor sind. So sind etwa ältere, allein stehende Frauen am ehesten von Armut betroffen und stärker mit Krankheit belastet. Nicht nur in diesem speziellen Fall, sondern ganz allgemein müsse man das "System besser auf die Zielgruppe ausrichten", so der Minister.

Beratung zum Pensionsantritt?


Eine Idee sieht etwa eine Art Orientierungskurs knapp vor Pensionsantritt vor, schilderte Khol, der auf die schlechte "Gesundheitsmündigkeit" dieser Gruppe im europäischen Vergleich verwies. Die Beratung soll unter anderem die wichtigen Punkte Bewegung, Ernährung, aber auch praktische Fragen beinhalten. Der Seniorenrat möchte dafür unter anderem die praktischen Ärzte in die Pflicht nehmen, die über einen ganz besonderen Zugang zur älteren Generation verfügen. Der Allgemeinmediziner "sollte ein Gesundheitscoach sein", forderte Blecha leidenschaftlich. Er appellierte darüber hinaus an Medien und die "Ernährungsindustrie", das mit viel Enthusiasmus geweckte Gesundheitsbewusstsein so manchen Seniors nicht durch irreführende Verpackungsangaben zu missbrauchen.

Der Bericht Bericht "Gesundheit und Krankheit der älteren Generation in Österreich" wurde anlässlich des Europäischen Jahres des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen verfasst und steht in voller Länge unter http://www.bmg.gv.at/ zum Download zur Verfügung.

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