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Gesundheitspolitik 31. August 2012

Schweiz: Homosexuelle sollen Blut spenden dürfen

Seit 1977 sind gleichgeschlechtlich verkehrende Männer ausgeschlossen.



Die Schweizer Regierung will die Zulassungskriterien für die Blutspende überprüfen. Der Grund ist, dass Männer, die sexuellen Kontakt mit Männern haben, heute kategorisch ausgeschlossen sind von der Blutspende. Maßgeblich soll stattdessen das Risikoverhalten sein.



Hat ein Mann auch nur einmal in seinem Leben sexuellen Kontakt mit einem Mann gehabt - auch geschützt -, ist er für immer von der Blutspende ausgeschlossen. So will es eine Schweizer Regelung aus dem Jahr 1977. Dagegen werden Heterosexuelle mit mutmaßlich ausschweifendem Lebenswandel nicht so streng behandelt, wie der Grün-Politiker Luc Recordon (Grüne) in einer Interpellation festhielt.

Haltung überdenken?


Dies stellt laut Recordon eine Diskriminierung dar. Er regte an, die Haltung in der Schweiz zu überdenken, da der Bedarf an Blut groß sei und weitere Blutspender willkommen wären. Die Regierung räumte in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort ein, dass sich die Zulassung eher am Risikoverhalten des Blutspenders im Allgemeinen orientieren sollte. Die Regierung will deshalb eine "neue und bessere" Formulierung prüfen.

Übertragung von Krankheiten ausschließen


Um die Übertragung von Krankheiten durch Spenderblut auszuschließen, werden Blutspender ärztlich geprüft und zu ihrem Risikoverhalten befragt. Das gespendete Blut wird zudem auf Krankheitserreger getestet. Für die Blutspende ist in der Schweiz die Blutspendedienste des Schweizerischen Roten Kreuzes zuständig. Die Ausschlusskriterien sind international abgestimmt. Das internationale Organ sieht einen erhöhten Zusammenhang zwischen der Übertragung des Hepatitis-B- und HI-Virus, wenn der Blutspender sexuellen Kontakt mit Männern hat.

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