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Gesundheitspolitik 29. August 2012

WCC 2012: 25 bis 25

UN will die Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch NCDs bis 2025 um 25 Prozent reduzieren.

Krebsbekämpfungs- und Regierungsexperten skizzierten heute beim Weltkrebskongress (WCC) 2012 die vorrangigen Massnahmen, die erforderlich sind, um das oberste Ziel der UNO in Bezug auf nicht übertragbare Krankheiten (non-communicable diseases, NCDs) zu erreichen: eine generelle Verringerung vorzeitiger Todesfälle um 25 Prozent bis zum Jahr 2025.



Im Jahr 2010 waren die vier NCDs - Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes und chronische Erkrankungen der Atemwege - für 63 Prozent der weltweiten Todesfälle verantwortlich, und es wurde prognostiziert, dass sich die Zahl in Zukunft deutlich erhöhen wird. NCDs werden in Volkswirtschaften mit niedrigem und mittlerem Einkommen einen wirtschaftlichen Leistungsverlust im Wert von mehr als sieben Billionen US-Dollar verursachen, was einem jährlichen Verlust von vier Prozent der Jahresproduktion in diesen Ländern entspricht. [1]

Wichtigste Grundsatzentscheidung


"Das Ziel 25 bis 25, das sich die Mitgliedstaaten bei der Weltgesundheitsversammlung im Mai gesetzt haben, repräsentiert die wichtigste Grundsatzentscheidung, die unsere Generation im Kampf gegen Krebs und die anderen NCDs getroffen hat", sagte Cary Adams, CEO der Union for International Cancer Control (UICC). "Seit vielen Jahren argumentieren die UICC und ihre Mitglieder, dass die Krebsbelastung reduziert werden kann, aber nur mit vollem Engagement der nationalen Regierungen und ihrer Verpflichtung, wirksame nationale Krebsbekämpfungspläne aufzustellen, sie zu finanzieren und sie zu ihrem Tagesprogramm zu machen.

Ziel: 25 bis 25

Das Ziel 25 bis 25 verleiht nun dieser Bemühung Zweck und Fokus. Wir begrüssen die Schritte, die von den Vereinten Nationen unternommen wurden, um Krebs zu unserer Lebenszeit anzupacken."

Entsprechend der Wichtigkeit der Erreichung des Ziels 25 bis 25 betonten Vertreter aus der internationalen Krebsgemeinschaft heute die Dringlichkeit dieser Zielerreichung.

Prinzessin Dina Mired, Generaldirektorin der Krebsstiftung von König Hussein aus Jordanien, forderte die UN auf, das Ziel 25 bis 25 schnell in einen sinnvollen Globalen Aktionsplan umzusetzen und im Detail die erforderlichen Schritte vorzugeben, durch welche die Risiken, an Krebs zu erkranken, verringert, die Früherkennungsraten verbessert und die Behandlungs- und Pflegemöglichkeiten auf der ganzen Welt optimiert werden sollen.

"Das Jahr 2025 mag noch weit vor uns liegen, aber wir müssen jetzt handeln und darauf bestehen, dass alle Länder Krebs in den Mittelpunkt ihrer Gesundheitspläne stellen. In Jordanien hat das König-Hussein-Krebszentrum eine zuvor extrem schlecht ausgestattete Krebsversorgung in eine Erfolgsgeschichte umgewandelt. In nur 15 Jahren haben unsere Leidenschaft und unser umfassender Ansatz dazu geführt, dass die Überlebenschancen der Menschen gestiegen sind. Es ist zwingend notwendig, dass wir dies an anderen Orten wiederholen; wir dürfen keine Zeit verschwenden."

Millennium Development Goals


Obwohl das UN-Ziel voll und ganz von den Krebsgemeinschaften der ganzen Welt unterstützt wird, vertreten diese auch die Meinung, dass Krebs in die Entwicklungsziele für dieses Jahrtausend (die Millennium Development Goals, MDGs) aufgenommen werden sollte. Im Jahr 2000 einigten sich die weltweit führenden Spitzenpolitiker auf acht globale Ziele, um bis 2015 Milliarden von Menschen von Armut und anderen Entbehrungen zu befreien.

Mit der Annäherung an das Jahr 2015 berät die UN nun über einen überarbeiteten Rahmen für diese Ziele und die Krebsgemeinschaft findet, dass Krebs und die anderen NCDs in diese Änderungen einbezogen werden müssen.

"Die amerikanische Krebsgemeinschaft, American Cancer Society, macht heute einen grossen Schritt zur Bekämpfung von Krebs weltweit, indem sie in den nächsten drei Jahren zwei Millionen US-Dollar für unsere Zusammenarbeit mit der UICC zur Verfügung stellen wird", sagte John R. Seffrin, PhD, Chief Executive Officer der American Cancer Society und ehemaliger Vorsitzender der UICC (2002-2006). "Dieses Engagement wird enorm dabei helfen, weltweit den Zugang zu Schmerzmedikamenten zu verbessern, die Bemühungen zur Erreichung der WHO-Ziele 25 bis 25 zu unterstützen und die Entwicklung von Krebsbekämpfungsgruppen auf der ganzen Welt zu fördern."

Nachhaltige Entwicklung ermöglichen


"Die Verringerung der globalen Belastung durch Krebs und nachhaltige Entwicklung sind untrennbar miteinander verknüpft, und daher ist die Einbeziehung von Zielen für die Prävention und Bekämpfung von NCDs und Krebserkrankungen in einem überarbeiteten Programm der UN-Millenniums-Entwicklungsziele oder in ähnlichen Rahmenprogrammen auf jeden Fall sinnvoll", bemerkte Sir George Alleyne, Direktor Emeritus der WHO Pan American Health Organization. "Mit der Unterzeichnung der politischen Erklärung 2011 zu den NCDs haben die Mitgliedstaaten ihre Verpflichtungserklärungen abgegeben, diese Krankheiten anzupacken. Die Nationen müssen nun diese Versprechen in die Tat umsetzen und sich auf eine Priorisierungvon Krebsbekämpfungsprogrammen konzentrieren, vor allem die Entwicklungsländer, die am schlechtesten ausgestattet sind, um die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Krankheit zu bewältigen."

http://www.uicc.org

1. WEF. The Global Burden of NCDs. Verfügbar unter: http://www3.w eforum.org/docs/WEF_Harvard_HE_GlobalEconomicBurdenNonCommunicableDi s eases_2011.pdf . Letzter Zugriff im August 2012


 

Über den World Cancer Congress

Der World Cancer Congress (WCC) ist eine von UICC organisierte zweijährliche Veranstaltung, bei der sich die führenden Vertreter der internationalen Krebsgemeinschaft treffen, debattieren, Informationen austauschen und sich miteinander verbinden, um Strategien zu identifizieren, durch die menschliches Leid und die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Krebs reduziert werden können.

Gastgeber des WCC 2012 sind die Fondation québécoise du cancer, die McGill University und die Université de Montréal.

Der Kongress findet am 27.-30. August in Montreal, Kanada, statt.

Das Leitthema des Kongresses für 2012 lautet "Zusammenschluss für globale Wirkung" und unterstreicht die Notwendigkeit der fortwährenden Unterstützung und des Momentums bei der Maximierung der Vorteile der Wissensschaffung durch Forschung und Praxis für das Leben derer, die mit Krebs leben und von Krebs betroffen sind.

Das übergeordnete Ziel des Kongresses ist es, sicherzustellen, dass die Erkenntnisse aus der Krebsforschung effizient und effektiv für diejenigen genutzt werden, die sie brauchen, und zwar durch folgende Massnahmen:

  • Aufnahme der Krebsbekämpfung in weltweite Gesundheitsprogramme
  • Zusammentreffen der Krebsgemeinschaften 
  • Durchführung weltweiter Programme


Über die UICC

Die UICC ist dazu da, der globalen Gesundheitsgemeinschaft zu helfen, den Kampf gegen den Krebs zu beschleunigen. Zur stetig wachsenden Mitgliederschaft der UICC von über 700 Organisationen in mehr als 155 Ländern zählen die weltweit grössten Vereinigungen von Experten und Freiwilligen, die sich mit Krebs beschäftigen, Ministerien für Gesundheit und Patientengruppen, sowie einflussreiche Politiker, Mediziner, Forscher und Krebskontrollexperten.

Die UICC unterstützt die World Cancer Declaration und beruft folgende Veranstaltungen ein: World Cancer Day, World Cancer Congress und World Cancer Leaders' Summit. Darüber hinaus ist sie Gründungsmitglied der NCD Alliance, eines globalen Netzwerks innerhalb der Zivilbevölkerung, die heute fast 2.000 NCD-Organisationen in 170 Ländern repräsentiert.

 

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