zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 27. August 2012

Alkoholkrankheit ist keine Willensschwäche

Verbesserte Therapiekonzepte und die sukzessive soziale Entstigmatisierung der Alkoholkrankheit geben Anlass zur Hoffnung.

Die genetischen Ursachen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer Suchterkrankung wurden auch heuer wieder im Rahmen der gesundheitspolitischen Gespräche in Alpbach auf Einladung von Peri-Consult in einer hochkarätig besetzten Expertenrunde diskutiert. Dass das Thema nach wie vor ungebrochene Priorität hat, belegen die Fakten: Rund 360.000 Menschen in Österreich sind als alkoholkrank zu bezeichnen und immerhin rund 760.000 konsumieren regelmäßig Alkoholmengen, die bereits ein gesundheitliches Risiko darstellen. Während Gesundheitsexperten auf der einen Seite über Maßnahmen nachdenken, wie mehr gesunde Lebensjahre erreicht werden können, wird auf der anderen Seite die Lebenserwartung durch den übermäßigen Alkoholkonsum bei den Betroffenen gleich um 15 bis 20 Jahre verkürzt, die Suizidwahrscheinlichkeit steigt gegenüber Nicht-Trinkern um das sechs- bis 13-Fache. Anders als bei anderen chronischen Erkrankungen sind nur etwa acht Prozent der Betroffenen in Behandlung und rund die Hälfte der Suchtkranken würde ein „moderates Trinkverhalten“ als erreichbares Therapieziel bezeichnen. Angesichts dieser Entwicklung ist es dringend notwendig, nicht nur die wirtschaftlichen Folgen des Alkoholkonsums – etwa am Arbeitsplatz – zu analysieren, sondern vor allem zur sozialen Entstigmatisierung beizutragen sowie die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von geeigneten Therapien bekannter zu machen.

 Hengstschläger Markus  Musalek Michael  Rupp Bernhard

Unsere Standpunkte (von links nach rechts):

Standpunkt 1
 „Wir haben kein Gen für Alkoholabhängigkeit identifiziert.“
Gene und Umwelt
Standpunkt lesen

Standpunkt 2
 „Wir müssen vom Einheitspatienten viel mehr in Richtung der individualisierten Therapie gehen.“
Abkehr vom Abstinenzziel
Standpunkt lesen

Standpunkt 3
„Arbeitsrechtliche Konsequenzen für Betroffene sind aus meiner Sicht die denkbar schlechteste Waffe.“
Alkohol am Arbeitsplatz
Standpunkt lesen

 

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben