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Gesundheitspolitik 19. August 2012

Alpbacher Gesundheitsgespräche: Erhebliche Probleme der Jugend

Zwischen Computerwelt, gestressten Familien und ungesundem Lebensstil.



Die moderne Gesellschaft befindet sich in einem rasanten Wandel. Kinder- und Jugendgesundheit kommen da mitunter nicht wirklich mit. Zwischen Computer- und Tab-Welt, gestressten Familien und ungesundem Lebensstil machen sich für Heranwachsende Risiken breit, welche die Zukunft der Gesellschaft bestimmen werden, hieß es Freitagnachmittag zur Eröffnung der Alpbacher Gesundheitsgespräche (bis 20. August) in den Einleitungsstatements von Forum Alpbach-Vizepräsidentin Ursula Schmidt-Erfurth und dem Präsidenten des Verbandes der pharmazeutischen Industrie (Pharmig), Robin Rumler.



Das Generalthema der mit rund 400 Experten besetzten Veranstaltung lautet: "Kinder- und Jugendgesundheit: Die Zukunft beginnt heute." Ursula Schmidt-Erfurth, auch Leiterin der Wiener Universitäts-Augenklinik am AKH: "Es steht außer Zweifel, dass das Thema dieses Jahres genau die Säulen betrifft, auf denen die Gesellschaft beruht."

Gerade in der Kinder- und Jugendgesundheit seien zum Teil beunruhigende Tendenzen zu registrieren. Die Vizepräsidenten des Europäischen Forum Alpbach: "Kinder sind ein wertvolles und seltenes Gut. (...) In der Realität gibt es in Österreich (von rund 75.000 Geburten pro Jahr, Anm.) 11,1 Prozent Frühgeburten, in Europa sind es im Durchschnitt 7,1 Prozent." 30 Prozent der Betroffenen hätten schließlich Entwicklungsstörungen. Ein anderes Faktum, so Ursula Schmidt-Erfurth: "Rund 800.000 Kinder leiden in Österreich an Übergewicht oder sind adipös. In Wien sind 25 Prozent der Kinder adipös mit einem Body-Mass-Index von mehr als 25." Es gehe aber auch um das Umfeld, in dem Kinder und Jugendliche heranwüchsen: "Nur 40 Prozent der Erwachsenen können sich eine Erziehung ohne körperliche Sanktionen vorstellen. Nur 30 Prozent der Eltern erziehen ohne Gewalt."

Schließlich, so die Medizinerin, würde auch die Computer- und Internet-Welt ihren Einfluss auf die Kinder und Jugendlichen haben. Ursula Schmidt-Erfurth: "Unter den Zwölf bis 14-Jährigen chatten 40 Prozent täglich. 30 Prozent dieser Einträge weisen auf psychische Probleme hin."

Daten zu ungünstigem Lebensstil



Pharmig-Präsident Robin Rumler betonte die schlechten Lebensstil-Daten der österreichischen Jugend: "Es gibt viele Länder, die Spitzensportler hervorbringen. Wo steht da Österreich? (...) Bei den Rauchern zwischen elf und 17 Jahren, da stehen wir am 'Stockerl'. Wir sind die Zweiten nach Bulgarien unter den OECD-Ländern. (...) Beim Alkoholkonsum sind wir am fünften Platz unter den OECD-Ländern." Würde sich der Trend zu ungesunder Lebensweise fortsetzen, würden sich bis 2030 jährlich Mehrkosten von jährlich 1,6 Mrd. Euro ergeben.

Die Pharmig - so Rumler - habe hier gemeinsam mit den Verantwortlichen bereits Taten gesetzt: Aus dem sogenannten Pharma-Rahmenvertrag, der dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger bis 2015 Rückflüsse aus Arzneimittelumsätzen von um die 82 Millionen Euro bringen soll, werden 6,75 Millionen Euro für Projekte in Sachen Kinder- und Jugendgesundheit aufgewendet werden.

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