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Gesundheitspolitik 16. August 2012

Pharmig: Schellings Sorge zu den Arzneimittelkosten nicht gerechtfertigt

Nicht nur der Verbrauch, auch die Kosten von Arzneimitteln liegen in Österreich unter dem europäischen Durchschnitt.



"Die Sorge von Hans Jörg Schelling vor einem Anstieg der Kosten für Arzneimittel ist unbegründet", interpretierte Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, die gestrige Aussendung des Hauptverbandes. Schließlich sei der Anteil der Arzneimittel an den Gesundheitsausgaben mit 13,1 Prozent auch im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich. Zudem liege die Entwicklung der Arzneimittelpreise unter dem europäischen Mittelwert und die Ausgabesteigerungen lagen unter der Inflationsrate. Überdies sei der Arzneimittelverbrauch in Österreich pro Kopf deutlich moderat.


"Die pharmazeutische Industrie ist nicht der Kostentreiber in der Gesundheitskosten-Diskussion. Im Gegenteil. Mit der Erforschung innovativer Arzneimittel gewährleisten wir eine bessere Gesundheitsversorgung und mehr gesunde Jahre des rasch wachsenden Bevölkerungsanteils der über 60jährigen", so Huber. Überdies nehme die pharmazeutische Industrie ihre soziale Verantwortung wahr, in Österreich konkret etwa mit der teilweisen Zweckwidmung des Solidarbeitrages von 6,75 Mio. Euro für Kindergesundheit und Prävention.

Ausgabensteigerungen erwartbar


"Dass Arzneimittelausgaben insgesamt steigen werden, ist jedoch angesichts der Bevölkerungsstruktur nicht verwunderlich", sagte Huber. Schließlich wachse der Prozentsatz dieser Altersgruppe von heute 1,9 Mio. Menschen bis zum Jahr 2030 auf 2,8 Mio. in Österreich. Massiver Handlungsbedarf bestehe nach Ansicht von Huber im Krankenhaussektor. Dort sind annähernd 40 Prozent der Gesundheitsausgaben angesiedelt. "Wir freuen uns auf die Vorschläge des Hauptverbandes, die den Gesundheitsminister bei den in Kürze geplanten Art. 15a-BVG-Verhandlungen unterstützen sollen", betonte Huber.

Zudem merkte Huber zur Prognoseschwäche des Hauptverbandes in den letzten Jahren an, dass davon auszugehen ist, dass auch 2012 der Überschuss der Krankenkassen noch deutlich ansteigen werde. So sei der Hauptverband 2010 noch von einem Minus in der Gebarung von 12 Mio. Euro ausgegangen. Das tatsächliche Ergebnis lag bei 280 Mio. Euro Überschuss. Ähnlich das Bild 2011: Hier entwickelte sich der prognostizierte Überschuss von 104 auf 240 Mio. Euro.

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