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In Wien sind bei der Gemeinde mit der Abfallbeseitigung und Reinigung Beschäftigte dazu angehalten, nach Auffinden von Spritzenbesteck an öffentlichen Orten eine Meldung zu machen. Man setzt seit Jahren auf flächendeckende Kontrolle.
 
Gesundheitspolitik 8. August 2012

Drogenkonsum-Räume für Wien?

Immer wieder flammt die Debatte um die Einführung von Räumen für den Drogenkonsum auf. Ein aktueller Vorschlag der Grünen empört die ÖVP und FPÖ.

Laut Kurier (Mittwochausgabe) regen die Wiener Grünen die Einrichtung von Drogenkonsum-Räumen an. Bisher konnten sich Kommunal- und Gesundheitsbehörden nicht dazu entschließen. VP sieht "wahres Gesicht" der Grünen - Forderung für Gudenus "Frechheit". 



"Würde Wien mit andren Städten in Europa gleichziehen und Drogenkonsum-Räume schaffen, gebe es nicht nur weniger Drogentote, sondern müssten Drogenkranke auch nicht in Parks und unter hygienisch bedenklichen Umständen ihren Stoff konsumieren", wird der Grüne Gesundheitssprecher im Nationalrat, Kurt Grünewald, zitiert. Ähnlich äußerte sich in der Tageszeitung auch Birgit Hebein von den Wiener Grünen. Negativ schätzte Wiens Drogenkoordinator Michael Dressel eine solche Forderung ein: "In einer Szene, die so klein ist wie in Wien, ist es nicht sinnvoll, einen Konsumraum einzurichten. Hier haben uns andere Maßnahmen schon sehr weit gebracht."

Im April dieses Jahres hatte die Europäische Drogenbeobachtungsstelle (EBDD/Lissabon) einen Bericht veröffentlicht, in dem es hieß, überwachter Heroin-Konsum sei manchmal positiv zu bewerten.

Drogenkonsumräume: ÖVP und FPÖ über grünen Vorstoß empört

Die Forderung der Grünen, Drogenkonsumräume in Wien einzurichten, hat bei der Rathaus-Opposition für Empörung gesorgt. Die ÖVP ist überzeugt, dass die Grünen "ihr wahres Gesicht zeigen" und lehnt den vereinfachten Zugang zu Drogen ab. Die FPÖ bezeichnete die Forderung als "Frechheit".

"Die Grünen zeigen immer mehr ihr wahres Gesicht, in welche Richtung sie die Stadt verändern wollen", ärgerten sich VP-Drogensprecherin Ines Anger-Koch und VP-Sicherheitssprecher Wolfgang Ulm in einer gemeinsamen Aussendung am Mittwoch. Der Suchtgiftmarkt sei ein Angebotsmarkt. Je zugänglicher das Angebot sei und je mehr es gebe, desto mehr Jugendliche würden auch danach greifen, so ihre Warnung. Eine vernünftige Drogenpolitik müsse das Angebot so gering wie möglich halten und den Zugang so schwer wie möglich machen.

In die gleiche Kerbe schlug auch der freiheitliche Klubchef Johann Gudenus in einer Aussendung: "Dass die Grünen als besonderen Service für jene, die sie offenbar als ihre Klientel betrachten, nun auch vom Steuerzahler finanzierte Drogenkonsumräume fordern, ist eine Frechheit." Bereits jetzt gebe es in Wien mindestens 12.000 Suchtgiftkranke. Diese Anzahl solle nicht durch noch mehr Bequemlichkeit gesteigert werden. Vielmehr müsse sie gesenkt werden, so seine Forderung.

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