zur Navigation zum Inhalt
Foto: Archiv
Dr. Erwin Rebhandl, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM)
 
Gesundheitspolitik 3. Juni 2009

Die „Lehrpraxis Neu“ und der Facharzt für Allgemeinmedizin kommen nicht vor 2011.

Schon jetzt bietet die ÖGAM Seminare und Kurse für Ärzte an, die eine Lehrpraxis leiten. Auch die Mitarbeiter der Ordination sollten geschult werden, denn es geht ja auch um die Zusammenarbeit im Team und die möglichst intensive Einbindung in alle Abläufe. Es gibt jedenfalls einige gute internationale Modelle für die Schulung von Lehrpraxisleitern. Kommt die Lehrpraxis wie vorgesehen, braucht es auch in Österreich sicher entsprechende Maßnahmen. Jene Ärzte, die jetzt für die ÖGAM die Schulungen gestalten, können und wollen sich hier gerne einbringen.

Ich glaube aber nicht, dass jetzt schon solche Schritte für die Lehrpraxis einforderbar sind. Denn die Lehrpraxis wird ja momentan insgesamt sehr wenig genutzt, die Praktikanten sind teilweise nur drei Monate in der Ordination. Eine wichtige Forderung der ÖGAM ist, dass auch der Arzt, der die Lehrpraxis absolviert, adäquat bezahlt wird. Die Mittel dazu müssen auch von der öffentlichen Hand kommen, wobei sicher noch zu klären ist, wer damit im konkreten Fall gemeint ist.

Der Hauptverband der Sozialversicherungen hat inzwischen zugesichert, dass Leistungen, die Praktikanten in der Lehrpraxis erbringen, ganz normal abgerechnet werden können. Das ist zumindest schon ein gewisser Fortschritt auf dem Weg zur Umsetzung.

Dies ist auch ein Beitrag dazu, dass der Lehrpraktikant den Lehrpraxisinhaber bis zu einem gewissen Grad – abhängig von der jeweiligen Kompetenz – entlasten kann. Dadurch ist der Vorschlag, dass die Lehrpraxisinhaber einen geringen Teil des Gehaltes übernehmen sollen, durchaus nachvollziehbar, und es wird hier sicher Verhandlungsbereitschaft geben.

Der Plan, dass der Facharzt für Allgemeinmedizin und die damit untrennbare „Lehrpraxis Neu“ Ende des Jahres kommt, ist aber sicher nicht einhaltbar. Realistisch ist ein Zeithorizont bis zum Jahr 2011. Das bedeutet auch eine Entkopplung von der nach wie vor offenen Frage, wann genau ein ausgebildeter Mediziner seine Approbation bekommt.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
„Lehrpraxis Neu“ für Jungärzte

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 23 /2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben