zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 17. Juli 2012

Offener Brief an die Wiener Gebietskrankenkasse

Psychotherapeuten protestieren gegen die Einstellung des Kostenersatzes bzw. der Bezuschussung der höherfrequenten, längerdauernden Psychotherapien und Psychoanalyse.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Unterzeichneten protestieren auf das Schärfste dagegen, dass die WGKK, ohne Verhandlungen mit den Vertrags- und Vereinbarungspartnern zu führen und ohne sie vorab zu informieren, beschlossen haben, ab sofort den Kostenersatz bzw. die Zuschüsse für höherfrequente und längerdauernde psychotherapeutische Behandlungen vor allem im Sinne der psychoanalytischen Standardmethode einzustellen. Eine solche Vorgangsweise nach einer seit 15 Jahren bewährten und stets konstruktiven Zusammenarbeit ist für die bisherigen Verhandlungsteams und vor allem auch für die Delegierten der Tiefenpsychologisch/ Psychoanalytischen Dachgesellschaft (TPD)besonders empörend und inakzeptabel.

Wir weisen mit Nachdruck darauf hin, dass die Psychoanalyse ein international anerkanntes und weltweit verankertes Therapieverfahren ist und für einen bestimmten Indikationsbereich psychischer Störungen die Methode der Wahl darstellt. Die ökonomischen Argumente, mit welchen Sie Ihr Vorgehen begründen, sind keineswegs zutreffend, da in die entsprechenden Überlegungen weder die Nachhaltigkeit dieser Behandlungen eingeht noch die tatsächliche Kosteneffizienz intensiver und langfristiger Psychotherapie berücksichtigt wird.

Aus unserer Sicht setzt sich die Wiener Gebietskrankenkasse mitihrem Schritt über die Interessen ihrer Versicherten und die gesetzlich verankerte Gleichbehandlung der anerkannten Psychotherapieverfahren hinweg.

Wir verlangen, dass der Kostenersatz bzw. die Zuschüsse für höherfrequente und längerdauernde psychotherapeutische Behandlungen, insbesondere die Psychoanalyse, ab sofort wieder wie bisher gewährleistet wird.

Daher fordern wir eine umgehende Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den Delegierten der TPD und der Abteilung Vertragspartnerverrechnung und Verhandlung, DDr. Andrea Fleischmann, die immer in konstruktiver Atmosphäre stattgefunden haben.

Ein persönliches Gespräch mit Ihnen, Frau Mag.a Reischl, würden wir darüber hinaus sehr schätzen.

Mit freundlichen Grüßen, 

Univ.-Prof. Dr. August Ruhs e.h., Vorsitzender der Tiefenpsychologisch- Psychoanalytischen Dachgesellschaft, Vorsitzender des Wiener Arbeitskreises für Psychoanalyse

Dr. Elisabeth Skale e.h., Vorsitzende der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung

Dr. Wilhelm Burian e.h., Geschäftsführer der Wiener Psychoanalytischen Akademie

Dr. Eva Mückstein e.h., Präsidentin des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie

Dr. Bettina Fink e.h., Bundesfachgruppenobfrau für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin der Österreichischen Ärztekammer

Univ.-Prof. Dr. Christian Haring e.h., Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie

Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Henriette Löffler-Stastka e.h., Vorsitzende der Sektion Psychotherapie der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie Medizinische Universität Wien

Univ.-Prof. Dr. Stephan Doering e.h., Leiter der Klinik für Psychoanalyse und Psychotherapie Medizinische Universität Wien

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben