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Dr. Thomas Holzgruber, Bildungsreferat der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK)
 
Gesundheitspolitik 3. Juni 2009

Die Umsetzung der Lehrpraxispläne scheitert momentan an der Frage der Finanzierung.

Es gibt einige Qualitätskriterien, die für die Anerkennung als Lehrpraxis nötig sind: eine dreijährige Berufspraxis als niedergelassener Arzt, eine ausreichende Patientenfrequenz, apparative Ausstattung – je nach Fach – und eine Mindestöffnungszeit von 35 Wochenstunden. In den Rasterzeugnissen sind die Inhalte festgelegt, was in der Lehrpraxis zu vermitteln ist und gelernt werden soll.

Die Lehrpraxis soll künftig 18 Monate dauern und verpflichtend sein. Nötig sind, wenn dies fixiert ist, sicher auch Änderungen in der Qualitätssicherung. So wird immer wieder diskutiert, dass eine Art Bildungsprogramm für die Lehrpraxisleiter fehlt; jedenfalls werden dann die Inhalte der Rasterzeugnisse weiterentwickelt werden müssen. In einigen Bundesländern gibt es schon jetzt Ansätze bei der Evaluierung dessen, was in der Lehrpraxis geschieht – auch dies müsste dann ausgeweitet werden.

Schon jetzt gehen wir negativen Rückmeldungen von Ärzten, die eine Lehrpraxis absolvieren, nach. Die Konsequenzen können bis hin zu einer Aberkennung der Berechtigung als Lehrpraxis reichen.

Die Umsetzung der verpflichteten Lehrpraxis hängt nach wie vor an der Frage der Finanzierung. Ein Vorschlag war, dass sich Bund, Länder und Ärzte die Kosten teilen. Widerstand kommt dabei vor allem von den Ländern. Das ist schwer verständlich, weil diese ja oft über die überlaufenen Spitalsambulanzen jammern – gut ausgebildete Fachärzte für Allgemeinmedizin wären aber ein wichtiger Faktor für ein möglichst breites und qualitativ hochstehendes Versorgungsangebot im niedergelassenen Bereich. Momentan wartet bei der Umsetzung der Pläne zum Facharzt für Allgemeinmedizin jeder auf den anderen – es wäre allerhöchste Zeit, hier konkrete Schritte zu setzen. Die ÖÄK hat dieses Thema ganz oben auf der Gesprächsagenda mit Gesundheitsminister Alois Stöger.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
„Lehrpraxis Neu“ für Jungärzte

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 23 /2009

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