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Gesundheitspolitik 7. Juli 2012

Radiologen sprechen sich für Gesetz zu medizinischen Assistenzberufen aus

Beziehung zu radiologischen Untersuchungen muss möglich sein – Kritik der Radiologietechnologen zielt auf Ausschaltung der Konkurrenz ab.

Mit scharfer Kritik reagiert die Bundesfachgruppe Radiologie in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) auf Bestrebungen der Radiologietechnologinnen und –technologen (RT) Österreichs, ein vom Ministerrat bereits beschlossenes Gesetz zum Einsatz von medizinischen Assistenzberufen zu kippen.

Streitpunkt ist die Assistenz bei der Durchführung von Computertomographien (CT) und Magnetresonanztomographien (MRT), die laut Gesetzesvorlage durch Angehörige der medizinischen Assistenzberufe (MAB) erfolgen darf, was sowohl der Berufsverband der Radiologietechnologinnen als auch die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) als „unverantwortlich“ bezeichnen, da die MABs nicht über die notwendige Ausbildung verfügten.

Für den Obmann der Bundesfachgruppe Radiologie, Franz Frühwald, ist der vom Ministerrat beschlossene Gesetzesentwurf durchaus akzeptabel: „Die medizinischen Assistenzberufe absolvieren im Rahmen ihrer Ausbildung wesentlich mehr Praxisstunden als Radiologietechnologinnen und -technologen. In der Praxis ist dann auch kein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Berufsgruppen feststellbar, im Gegenteil, beide arbeiten zur vollsten Zufriedenheit von Ärzteschaft und Patienten“, sieht Frühwald keinen Grund, den Gesetzesentwurf wieder zu ändern. Die Leitung der Untersuchung obliege ohnehin dem Arzt und weder den Radiologietechnologinnen und -technologen noch den medizinischen Assistenzberufen, so Frühwald. Vielmehr vermutet der Sprecher der Radiologen, dass der RT-Verband das Gesetz nur aus einem Grund kippen möchte: um Konkurrenz am Arbeitsmarkt auszuschalten und um höhere Gehälter zu lukrieren. Frühwald: „Damit müsste aber die Versorgung der österreichischen Bevölkerung außerhalb der Ballungsräume nur mit RTs bestritten werden – und davon gibt es zu wenige.“ In Vorarlberg wäre eine Versorgung der Bevölkerung gar nicht mehr möglich, da viele Fachkräfte aufgrund des höheren Lohnniveaus in die Schweiz bzw. nach Deutschland auswandern würden. Frühwald: „Als Sprecher der Bundesfachgruppe Radiologie plädiere ich ausdrücklich dafür, den derzeitigen Gesetzesentwurf beizubehalten und es medizinischen Assistenzberufen zu ermöglichen, an CT und MRT zu arbeiten.“

ÖÄK/SL

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