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Gesundheitspolitik 2. Juli 2012

Neue Wiener Pflege- und Patientenanwältin hat die Arbeit aufgenommen

Dr. Sigrid Pilz trat heute, Montag, offiziell ihr Amt als neue Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwältin an.

 

Die feierliche Amtsübergabe fand am vergangenen Freitag im Beisein von Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag. Sonja Wehsely und Magistratsdirektor Dr. Erich Hechtner sowie vieler hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter des Wiener Gesundheitswesens statt.

 

Pilz, die erste Frau in dieser zentralen Funktion, wird für die Dauer von fünf Jahren mit der Leitung der Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft betraut. Sie folgt in ihrer neuen Funktion dem bisherigen Pflege- und PatientInnenanwalt Hon. Prof. Dr. Konrad Brustbauer. "Die Aufgaben, die die Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft in unserer Stadt zu erfüllen hat, werden immer wichtiger. Unter meiner Leitung soll sich die Einrichtung entlang des gesetzlichen Auftrags weiterentwickeln", stellte Pilz klar.

Stadträtin Wehsely unterstrich: "Wer Sigrid Pilz kennt und ihre Karriere beobachten konnte, weiß, dass sie seit jeher mit dem größtmöglichen Einsatz für die Rechte der PatientInnen und BewohnerInnen von Pflegewohnhäusern kämpft." Weiter: "Die WPPA ist ein unverzichtbarer Teil des Gesundheitswesens. Einen ganz wesentlichen Beitrag dazu hat Prof. Dr. Brustbauer in den vergangenen fünf Jahren geleistet", unterstrich Wehsely, die erneut Brustbauer "von ganzem Herzen für seinen unermüdlichen Einsatz für die Wienerinnen und Wiener" dankte.

Konstruktiver Umgang mit Fehlern und Mängeln

Magistratsdirektor Hechtner wies darauf hin, dass man aus dem konstruktiven Umgang mit Beschwerden, Fehlern und Mängeln immer lernen könne, das gelte für das Gesundheitswesen ebenso wie für jede andere Einrichtung. "Hier ist die Pflege- und PatientInnenanwaltschaft ein wichtiger Katalysator. Ihre Arbeit reicht dabei vielfach tief in die Strukturen des Gesundheitswesens hinein, greift grundsätzliche Probleme auf und trägt nicht zuletzt zur Verbesserung der Information der Bevölkerung bei", so der Magistratsdirektor, der die große Bedeutung von Bewusstseinsbildung und Kommunikation im Gesundheitsbereich unterstrich.

Dr. Sigrid Pilz studierte in Innsbruck Erziehungswissenschaften und Psychologie und promovierte 1984. Seit 1985 ist die Universitätslektorin im - nunmehr karenzierten - Bundesdienst, zuletzt als Abteilungsleiterin der Abteilung "Internationale Familien- und Jugendpolitik" des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend.

Politisch war Pilz seit 2001 Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin sowie Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen. Seit 2010 amtierte sie als Vierte Vorsitzende des Wiener Gemeinderates sowie seit 2011 als stellvertretende Klubobfrau des Grünen Klubs im Rathaus. Neben zahlreichen anderen Funktionen war das langjährige Mitglied des Wiener Gesundheits- und Sozialausschusses auch grüne Fraktionsführerin in den beiden Untersuchungskommissionen des Wiener Gemeinderates "Gravierende Missstände bei der Pflege von alten Personen und Personen mit Behinderung im Verantwortungsbereich der Gemeinde Wien" und "Gravierende Missstände in der Versorgung von psychiatrischen PatientInnen im Verantwortungsbereich der Gemeinde Wien".

Die Wiener Pflege- und PatientInnenanwaltschaft

Die Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft besteht seit 20 Jahren und ist eine unabhängige und weisungsfreie Einrichtung zur Wahrung und Sicherung der Rechte und Interessen von Personen in allen Angelegenheiten des Gesundheitswesens und Pflegebereiches in Wien. Sie wird von PatientInnen, Angehörigen, aber auch von ÄrztInnen in Anspruch genommen.

Die Aufgaben erstrecken sich von der Behandlung von Beschwerden über die Aufklärung von Mängeln und Missständen bis hin zur Abgabe von Empfehlungen zu deren Abstellung. Außerdem erteilt die WPPA Auskünfte über das Wiener Gesundheits-, Spitals- und Pflegewesen, über PatientInnenrechte sowie deren Geltendmachung und Durchsetzung. Die WPPA informiert zudem über Hauskrankenpflege, soziale Dienste und Pflegegeld und hilft bei Konflikten im Gesundheits- und Pflegebereich.

Gesetzliche Verschwiegenheitspflichten sind gegenüber der Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft nicht wirksam. Die Wiener Pflege- und PatientInnenanwältin und ihre MitarbeiterInnen unterliegen jedoch der vollen Amtsverschwiegenheit. Die Inanspruchnahme der Leistungen der WPPA ist kostenlos.

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