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Gesundheitspolitik 29. Juni 2012

Hören, verstehen, gesund werden

Österreich setzt im Gesundheitsbereich erstmals auf den Einsatz von Dolmetschern per Videokonferenz und legt damit einen wichtigen Grundstein für mehr Patientensicherheit.

Ein gelungenes Arzt-Patienten-Gespräch ist die zentrale Basis für eine erfolgreiche Diagnose und Therapie. Was oft in der eigenen Muttersprache schon schwierig genug ist, kann für Menschen mit Migrationshintergrund oder für Menschen mit einer Beeinträchtigung von Sprache oder Gehör zu einem unüberwindbaren Hindernis werden. Die österreichische Plattform Patientensicherheit startet daher gemeinsam mit dem Institut für Ethik und Recht in der Medizin, dem Bundesministerium für Gesundheit und dem ÖGS.barrierefrei das erste in Österreich umgesetzte Projekt zum Thema „Videodolmetschen im Gesundheitsbereich“. Innerhalb von zwei Jahren wird eine zentrale Stelle für Österreich geschaffen, in der speziell für den Gesundheitsbereich geschulte Dolmetscher für die Sprachen Türkisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch und die Gebärdensprache jeweils von Montag bis Sonntag in der Zeit von 6.00 bis 22.00 Uhr über Computer erreichbar sind und videodolmetschen können. Ziel ist es, dem Gesundheitspersonal ein Tool zur Verfügung zu stellen, mit dem die Behandlung von Patienten mit wenig bis keinen Deutschkenntnissen oder eingeschränkter verbaler Kommunikationsfähigkeit im Notfall dennoch professionell stattfinden kann. Am Ende steht nicht nur ein Arzt-Patienten-Gespräch, das zu einer verbesserten Therapietreue der Patienten führt, sondern auch ein für die Beteiligten sicheres und professionelles Vorgehen. Langfristig wird die verbesserte Betreuung auch sicherlich dazu führen, dass Kosten gespart werden, denn richtige Aufklärung verbessert den Therapieerfolg und verringert den Drehtüreffekt.

Karner_  Bachinger_  Kletecka_ 

Standpunkt 1
Sprache als Barriere im Gesundheitswesen
"Der Einsatz der Technik ist einfach und bringt für Arzt und Pflege enorme Erleichterung
Barbara Karner-Einzinger, BSc Pflegedirektorin, St. Anna Kinderspital
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Standpunkt 2
Verstehen und verstanden werden
"Die Prinzipien an den Leistungen des Gesundheitswesens findet dort statt, wo es keine Barrieren gibt."
Dr. Gerald Bachinger Patientenanwalt Niederösterreich
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Standpunkt 3
Sicherheitsnetz zur Vorbeugung von Vorfällen
"Das Angebot erhöht die Sicherheit für Patienten und Mitarbeter und ist einfach zu handhaben."
Dr. Maria Kletečka-Pulker Geschäftsführerin, Plattform Patientensicherheit & Institut für Ethik und Recht in der Medizin, Universität Wien
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Von R. Haiden, Ärzte Woche 26 /2012

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