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Gesundheitspolitik 28. Mai 2009

Auch bei der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA haben Patienten das volle Verfügungsrecht über ihre persönlichen Gesundheitsdaten.

Dr. Thomas Schabetsberger, MSc., Leiter der Forschungsgruppe für eHealth und Telemedizin an der privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik Innsbruck (UMIT) zum Angebot von privaten Gesundheitskarten:

Vermittelt wird von den Anbietern privater Gesundheitskarten, es würde sich dabei um so etwas wie eine Alternative zur ELGA handeln – ein unhaltbarer Vergleich. So steht der zentrale Server eines Anbieters im Ausland, und alle Daten gehen dahin. So wie die ELGA jetzt geplant ist, verbleiben persönliche Daten in den Regionen und bei den Gesundheitsdienstleistungsanbietern, die sich schon seit jeher um die sichere Verwahrung der Daten kümmern. Es ist eine dezentrale Struktur ohne maßgebliche zentrale Angriffspunkte.

Das erhöht die Sicherheit der Daten. Sehr genau wird auch geregelt, wer auf welche Daten zugreifen darf, wobei Patienten ein umfassendes Mitbestimmungsrecht haben.

Die UMIT arbeitet an den entsprechenden Konzepten mit. Für mich erscheint die Vorgehensweise privater Anbieter sehr unscharf: Es wird mit Datenpaketen agiert, die von den Spitälern kommen. Diese sind verschlüsselt und elektronisch signiert und werden so verschickt, da sie eigentlich nur vom empfangenden Arzt gelesen werden dürfen. Damit das Dokument einem Patienten zuordenbar wird, muss das Dokument geöffnet werden. So wird der Schutz durch die Verschlüsselung hintergangen.

Das Argument, die Patienten hätten mit den privaten Karten die Daten in der eigenen Hand, ist also sehr schwach. Diese liegen beim privaten Anbieter.

Zentrales Ziel von ELGA ist, Kooperation und Kommunikation im Gesundheitswesen zu vereinfachen und zu verbessern. Dieses kann ich bei den Privaten schwer erkennen.

Unklar ist auch, wie viele Nutzer die privaten Befundkarten tatsächlich haben, denn selbst wenn eine große Privatversicherung an alle Kunden eine solche Karte schickt, heißt das noch nicht automatisch, dass diese sie auch nützen.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Gesundheitsakte: privat statt Staat?

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 22 /2009

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