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Foto: Privat
Dr. Christian Husek, Arzt für Allgemeinmedizin in Wien, Gründer der „Initiative ELGA“
 
Gesundheitspolitik 28. Mai 2009

Private Systeme überfordern viele Nutzer.

Eine Frage, die sich bei den privaten Anbietern stellt, ist, wie sicher die Datenverbindungen tatsächlich sind. Und: Was geschieht mit den Daten, falls ein Anbieter oder involvierter Subdienstleister Pleite geht?

Ein wichtiges Argument der Privaten ist der „einfache Zugriff“ auf die eigenen Daten. Aber es braucht einiges an technischer Affinität, um mit den Datenmasken umgehen zu können. Ich kann mir schwer vorstellen, wie das bei älteren Menschen laufen soll, die wenig Erfahrung mit solchen Systemen haben – wobei es aber gerade bei dieser oft multimorbiden Patientengruppe um häufigen, einfachen und raschen Zugang auf die eigenen Daten geht. Eigentlich bräuchten diese Personen einen Betreuer, der sie in das System einführt oder bei der regelmäßigen Nutzung unterstützt. Es entsteht der Eindruck, dass noch rasch versucht wird, Geld zu machen, bevor mit der ELGA ein System kommt, das den Leistungen der „privaten“ Karten überlegen sein wird.

Innerhalb der letzten drei Jahre hat sich die Konzeption der ELGA – auch durch unsere langjährigen kritischen Impulse – stark verändert. Halten die Pläne, entsteht ein System, bei dem gewährleistet ist, dass der Datenaustausch sicher abläuft und Patienten darüber verfügen, welche Daten damit verwaltet werden. Was noch spannend wird, ist, wie das Identity-Management gelöst wird. Erfolgt dies gründlich und kostet es sehr viel, könnten geringere Investitionen Sicherheitslücken mit sich bringen.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Gesundheitsakte: privat statt Staat?

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 22 /2009

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