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Foto: Privat
DI Dr. Alexander Schanner Programmmanager der Arge ELGA
 
Gesundheitspolitik 28. Mai 2009

Private Anbieter müssten einen deutlichen Zusatznutzen für Patienten bieten.

Die Elektronische Gesundheitsakte wird ein Werkzeug sein, das mehr Sicherheit bei Diagnose und Therapie bringt. Weiters wird sie die Effizienz von Behandlungsabläufen verbessern. Laut Patientencharta haben Bürger das Recht auf einen Zugriff auf all ihre Gesundheitsdaten und Befunde – mit der ELGA wird diesem Recht erst real entsprochen.

Die privaten Anbieter werden von den mit ELGA bereits vorhandenen Strukturen und digital vorliegenden Gesundheitsdaten profitieren. Letztlich ist vorstellbar, dass Anbieter privater Befundspeicher ergänzend zur ELGA existieren. Wobei sicher wichtig wäre, einen Zusatznutzen zu generieren: Etwa die Möglichkeit, Diabetes- oder Schmerztagebücher elektronisch zu führen und die Daten den behandelnden Ärzten zukommen lassen zu können.

Ein Problem stellt sich, wenn verschiedene Gesundheitsdienstleister mit unterschiedlichen Anbietern solcher privaten Systeme Verträge abschließen. Wenn etwa ein Patient einen Vertrag mit Provider A hat und einen Facharzt mit Provider B sowie ein Krankenhaus mit einem Provider C im Zuge seiner Behandlung konsultieren muss. Wie sollen hier die Schnittstellen optimal und sicher gestaltet werden? Es ist gerade den Hausärzten angesichts ihrer ohnehin engen Zeitressourcen nicht zumutbar, die großen Mengen von unstrukturierten Daten durchsuchen zu müssen, bis sie zu den für sie relevanten Informationen kommen. Noch dazu kommen sehr unterschiedliche Standards zum Einsatz – ein zentrales Ziel der ELGA ist ja, die Kommunikation durch solche Standards zu beschleunigen und zu verbessern.

Wenn private Anbieter von etwa 50.000 Kunden und etwa 1.300 involvierten Ärzten sprechen, hat dies wenig mit Versorgungsrelevanz zu tun. Die ELGA wird für die Nutzer kostenlos genau jene Funktionen ermöglichen, die sich private Anbieter auf die Fahnen heften, nur zu einer ganz anderen Qualität. Und die ELGA wird alle Gesundheitsdiensteanbieter und alle Patienten umfassen – und nicht nur einen kleinen Ausschnitt.

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Gesundheitsakte: privat statt Staat?

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 22 /2009

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