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Gesundheitspolitik 28. Mai 2009

Gesundheitsakte: privat statt Staat?

Zwei Anbieter für persönliche „Befundkarten“ abseits von ELGA sind bereits am Markt.

Die Idee der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) inspiriert auch die Privatwirtschaft. Eine wichtige Frage ist, wo die Unterschiede zur kommenden „staatlichen“ ELGA liegen.

Stimmen die Angaben der zwei privaten Anbieter von „Befund-“ und „Notfallkarten“, dann nutzen diese inzwischen fast 50.000 Österreicher. „Viele hundert“ Ärzte wären inzwischen mit der entsprechenden Software ausgestattet, damit diese „privaten“ Schlüssel zu den eigenen Gesundheitsdaten und Befunden auch genutzt werden können. Geworben wird u. a. mit dem Argument, Patienten hätten so das alleinige Bestimmungsrecht, wer auf welche ihrer Gesundheitsdaten und Befunde Zugriff nehmen kann. Gleichzeitig wären – auch in Notfallsituationen – alle nötigen Informationen rasch zur Hand. Eine private elektronische Gesundheitsakte entsteht, die – so versprechen es die Betreiber – zur Verbesserung der Versorgung beiträgt und dem Patienten dabei hilft, über seine eigenen Befunde und Therapiemaßnahmen den Überblick zu bewahren. Als Werbeträger für diese „privaten“ Karten konnten auch Ärzte gewonnen werden.

Ein Anbieter hat außerdem einen „Medikamentenkompass“ mit im Paket – Patienten loggen sich mit Passwort im System ein und geben ihre Medikamente an. Das System listet Nebenwirkungen auf und warnt vor möglichen Interaktionen mit anderen Medikamenten. Ein Teil der Ärzteschaft befürchtet, dass so Patienten aus Angst oder aufgrund missverstandener Information Medikamente von selbst absetzen könnten.

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 22 /2009

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