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Dr. Harals Mayer, Bundesobmann der angestellten Ärzte
 
Gesundheitspolitik 22. Juni 2012

Mayer als Bundesobmann der angestellten Ärzte wiedergewählt

Die Arbeitsschwerpunkte Dr. Harald Mayers lauten Turnus, Ambulanzentlastung und steigender Frauenanteil, neue Arbeitszeitmodelle und Arbeitsplätze attraktiver gestalten.

 

Der wieder gewählte Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, will sich auch in seiner dritten Funktionsperiode den brennenden Themen im Spitalswesen widmen. Dauerbrenner seien die Nicht-Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeit, die schlechten Ausbildungsbedingungen für Turnusärztinnen und – ärzte sowie die dringend notwendige Entlastung der Spitalsambulanzen. Mayer: „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren einiges bewegen können, aber wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt.“

Turnusbedingungen verbessern

Als eine zentrale Aufgabe sieht Mayer die Verbesserung der Situation im Turnus. Derzeit werde erhoben, wie zufrieden die Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner mit dem Turnus seien; auf Basis dieser Daten könnten dann weitere Schritte gesetzt werden. Wichtig sei jedenfalls die Umsetzung des Turnusärzte-Tätigkeitsprofils: „Die Turnusärztinnen und -ärzte müssen wie vollwertige Ärzte behandelt werden und nicht wie billige Arbeitssklaven. Wenn sich hier nichts ändert, kann es passieren, dass noch mehr freie Turnusstellen unbesetzt bleiben“, warnte der Bundeskurienobmann.
Gleichzeitig sei es dringend erforderlich, den Arbeitsplatz Krankenhaus attraktiver zu gestalten, auch im Hinblick auf den durch eine Pensionierungswelle drohenden Ärztemangel und die Abwanderung qualifizierter Jungmedizinerinnern und -mediziner ins Ausland.

Neue Arbeitszeitmodelle umsetzen

Als weiteren wichtigen Punkt nannte Mayer den „lebensphasenorientierten Einsatz“ der Spitalsärztinnen und -ärzte: „Ein älterer Arzt hat nach 32 Stunden deutlich mehr Erholungsbedarf als ein junger Turnusarzt. Darauf muss endlich Rücksicht genommen werden“, forderte der Chef der Spitalsärzte. Denkbar sei beispielsweise, Nachtdienste ab einem bestimmten Alter auf freiwillige Basis zu stellen. Dazu müsse aber die Arbeitszeit insgesamt neu geregelt werden.
Handlungsbedarf ortet Mayer auch im Hinblick auf die weibliche Belegschaft: „Unser Beruf wird immer weiblicher. Es ist höchst an der Zeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch im Spital umzusetzen und beispielsweise Betreuungseinrichtungen zu schaffen, wie wir sie aus Deutschland kennen. Auch neue Arbeitszeitmodelle müssen in diesem Zusammenhang konzipiert werden.“

Ambulanzen entlasten


Last but not least müsse die Entlastung der Ambulanzen endlich umgesetzt werden, Lippenbekenntnisse seien zu wenig. „Im Schnitt sucht jeder Österreicher zweimal jährlich eine Ambulanz auf – das sind sage und schreibe 16 Millionen Ambulanzbesuche pro Jahr. Ein Großteil könnte vom niedergelassenen Bereich abgefangen werden“, erklärte Mayer. Abhilfe schaffen könnte das von der Bundeskurie Angestellte Ärzte und der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte gemeinsam entwickelte Modell der Akutordination, die als „Filter“ zwischen dem niedergelassenen Bereich und dem Spital fungieren soll. Einerseits wäre damit sichergestellt, dass nur echte Notfälle im Spital landen, andererseits würden die Öffnungszeiten am Abend und am Wochenende eine durchgehende medizinische Versorgung gewährleisten und so die Ambulanzen zusätzlich entlasten, so der Bundeskurienobmann abschließend.

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