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Gesundheitspolitik 21. Juni 2012

Standpunkte: „ELGA muss kommen“ – Wird ELGA kommen?

Minister Stöger hat den Entwurf zum ELGA-Gesetz in Begutachtung geschickt – die Reaktionen folgten postwendend: zur Eile gemahnend „hüben“, zum Widerstand aufrufend „drüben“.

Die Ärztevertretung bleibt auch nach Veröffentlichung des Gesetzesentwurfs konsequent bei ihrer Ablehnung der Elektronischen Gesundheitsakte, auch wenn sie immer wieder betont: Wir lehnen ELGA nicht grundsätzlich ab, aber wir lehnen „diese ELGA in dieser Form“ ab. Als Hauptargument wird dabei stets die mangelnde Datensicherheit ins Spiel gebracht. Unterstützt werden die Ärzte in ihren Bedenken von renommierten Datenschützern. Vertreter der Sozialversicherung andererseits können dem wenig abgewinnen. Erst kürzlich hat etwa der Obmann der NÖ-Gebietskrankenkasse Gerhard Hutter dem ELGA-Entwurf nicht nur größere Behandlungssicherheit für die Patienten konstatiert, sondern auch größere Sicherheit für die Daten, da diese elektronisch besser geschützt wären als die „derzeit üblichen Fax-Befunde, Briefe oder das Röntgenbild, das der Patient selbst zum nächsten Arzttermin mitnimmt“. Auch die Länder stehen mehrheitlich hinter ELGA. Der Niederösterreichische Gesundheitslandesrat Sobotka hat sogar die Befürchtung geäußert, Österreich könnte den internationalen Anschluss verlieren, sollte ELGA nicht kommen. Er stützt sich dabei auf eine Aussage von Health Consumer Powerhouse, wonach Österreich seinen Spitzenplatz unter den besten Gesundheitssystemen Europas zuletzt deshalb verloren hätte, weil „E-Health nur sehr zögerlich umgesetzt wird und damit die Patientensicherheit und -transparenz gefährdet wird“.

 

Sobotka_  Dorner_  Gruenewald_ 

 

Standpunkt 1
Höhere Patientenqualität
"Die Gewalttrennung zwischen medizinischen Daten und Verrechnungsdaten muss erhalten bleiben".
Mag. Wolfgang Sobotka Landeshauptmann-Stellvertreter und Finanzlandesrat in Niederösterreich
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Standpunkt 2
Fahrlässiger Umgang
"Sensible Daten werden missbraucht, um die Ökonomisierung des Gesundheitswesens voranzutreiben".
Dr. Walter Dorner Präsident der Österreichischen Ärztekammer
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Standpunkt 3
Nutzen und Stolpersteine

"Es ist legitim, nach zeitgemäßen Modellen zu suchen, die praktikabel,
effizient, erschwinglich und sicher sind."
Prof. Dr. Kurt Grünewald Abgeordneter zum Nationalrat, Wissenschafts- und Gesundheitssprecher Die Grünen 
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Von V. Weilguni, Ärzte Woche 25 /2012

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