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Gesundheitspolitik 21. Juni 2012

Zahnärztliche Vorsorge statt Vollnarkose

Die Österreichische Zahnärztekammer fordert die Aufnahme von zahnärztlichen Untersuchungen in den Leistungsumfang des Mutter-Kind-Passes.

Der tragische Tod des vierjährigen Kindes in Graz nach einem Narkosezwischenfall anlässlich einer Zahnoperation gibt der Frage nach der zahnärztlichen Betreuung von Kindern traurige Aktualität.


Die Tatsache, dass bei einem vierjährigen Kind die Karies so weit fortgeschritten ist, dass die Extraktion von zehn Zähnen erforderlich ist, sei ein deutlicher Hinweis auf fehlende Zahnvorsorge, so die Zahnärztekammer in ihrer Aussendung.

Die österreichischen Zahnärzte fordern seit mehr als 20 Jahren immer wieder, dass zahnärztliche Untersuchungen in den Leistungsumfang des Mutter-Kind-Passes aufgenommen werden. Diese Forderungen waren jedoch in der Vergangenheit von allen Gesundheitsministern zurückgewiesen worden, obwohl nicht nur der Oberste Sanitätsrat, sondern auch zahlreiche nationale und internationale Experten die Sinnhaftigkeit immer wieder betont haben.

Vorsorgen

Die Österreichische Zahnärztekammer wweist deshalb neuerlich darauf hin, wie wichtig die Aufnahme von zahnärztlichen Leistungen in dieses größte österreichische Gesundheitsvorsorgeprojekt wäre.

Auch im Sozialversicherungsbereich haben die Zahnärzte bereits vor mehr als zwei Jahren wesentliche Verbesserungen bei der Kinderzahnbehandlung gefordert. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und die Krankenkassen hätten allerdings Verhandlungen über dieses wichtige Vorhaben bis heute verschleppt, betont die Zahnärztekammer. Gerade in einkommensschwachen Familien wäre die Sozialversicherung aber gefordert, dringend notwendige zahnärztliche Vorsorge- und Behandlungsmaßnahmen für Kinder finanziell zu ermöglichen.

Narkosezwischenfälle können immer wieder auch ohne Verschulden der behandelnden Ärzte vorkommen, daher sollte es ein Anliegen von uns allen sein, die Notwendigkeit von Behandlungen in Vollnarkose soweit wie möglich zu reduzieren. Wirkungsvolle Maßnahmen in der zahnärztlichen Vorsorge zeigen dafür einen Weg auf.

Der vorbeugende Besuch beim Zahnarzt kann in den meisten Fällen die Narkose ersparen!

PA Zahnärztekammer/IS, springermedizin.at

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