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Gesundheitspolitik 18. Juni 2012

Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften ab 2013 in Niederösterreich

Im Herbst 2013 soll in Krems die "Karl-Landsteiner-Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften" ihren Betrieb aufnehmen.

Geplant sind vorerst die beiden Bachelor-Studien "Health Sciences" sowie "Psychotherapie und Beratungswissenschaften" und die beiden Master-Studien "Humanmedizin" sowie "Neuro-Rehabilitationswissenschaften". Im Endausbau sollen 500 Studenten Platz finden, die Studiengebühren werden zwischen 12.000 und 15.000 Euro jährlich betragen, hieß es bei einer Pressekonferenz heute, Montag, in Wien.

 

Eine am Montag gegründete Gesellschaft, an der die Medizin-Uni Wien (MUW) 50 Prozent sowie die Donau-Uni Krems sowie die Fachhochschule Krems je 25 Prozent halten, soll noch im Juli einen Akkreditierungsantrag bei der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQA.Austria) einbringen. Das Land NÖ unterstützt das Projekt unter anderem mit Infrastrukturinvestitionen bis zu 25 Mio. Euro, Stipendien für niederösterreichische Studenten sowie bei der Kooperation mit der Landesklinikenholding.

Landeshauptmann Erwin Pröll (V) wird zwar nicht Rektor, ist aber laut dem Leiter der Wissenschafts-Abteilung im Amt der Landesregierung, Joachim Rössl zumindest "Spiritus Rector" des Projekts.

"Wir merken, dass aus der demografischen Entwicklung entsprechende Bedürfnisse auf uns zukommen werden. Heute haben wir 365.000 Senioren in Niederösterreich, 2050 werden es 640.000 sein, gleichzeitig gibt es damit eine Veränderung der Krankheitsbilder und Krankheitstypen", so Pröll. Zum Abdecken der künftigen Bedürfnisse müsse man daher schon heute die entsprechenden Schritte setzen.

Ländliche Regionen versorgen

Ohne Gegensteuerung müsse man in einigen ländlichen Regionen künftig mit Problemen bei der Gesundheitsversorgung rechnen, so Pröll. Daher sollen niederösterreichische Studenten mit Stipendien ausgestattet und im Gegenzug verpflichtet werden, nach ihrer Ausbildung längere Zeit im Bundesland zu bleiben. Gleichzeitig könne man mit der Privatuni auch die Weiterentwicklung medizinischer Standards sicherstellen und die Forschungskompetenz steigern. Kooperiert werden soll unter anderem mit dem geplanten Krebsforschungs- und -therapiezentrum Med-Austron, dem Institute of Science and Technology (IST) Austria und dem Forschungsstandort Tulln.

Bachelor für Gesundheitswissenschaften, Master für Humanmedizin

MUW-Rektor Wolfgang Schütz nannte die Gesundheitswissenschaften einen "expandierenden Bereich, der schon jetzt nicht nur aus Human- und Zahnmedizin besteht". Als große Einrichtung könne man dieser Entwicklung nicht selbst ausreichend Rechnung tragen - daher die Beteiligung an der Privatuni. Diese solle zunächst etwa die Bereiche Healthcare Management, Pflegewissenschaften, Psychotherapie und Medizintechnik umfassen. Nach einem Bachelor für Gesundheitswissenschaften soll ein Master für Humanmedizin möglich sein - dies sei derzeit im öffentlichen Bereich aufgrund der Verpflichtung zum Diplomstudium nicht erlaubt. Mit der Privatuni wolle man nicht zuletzt zeigen, dass man diesen Weg durchaus gehen könne.

Internationale Ausstrahlung angestrebt

Die Privatuni soll laut Schütz aber auch ein "Zentrum für Gesundheitswissenschaften werden, das international ausstrahlt". Mit Ausnahme des klinischen Bereichs im Humanmedizin-Studium sollen alle Studien auf Englisch angeboten werden. Der Geschäftsführer der neuen Gesellschaft, MUW-Vizerektor Rudolf Mallinger, sah einen "Bedarf an interdisziplinär geschulten Fachkräften mit fächerübergreifender Qualifikation und Lösungskompetenz". Wesentliches Element des Forschungsprofils soll die Medizintechnik werden, dazu wird unter anderem mit der Technischen Universität (TU) Wien kooperiert. Die Absolventen der neuen gesundheitswissenschaftlichen Uni sollten "medizintechnische Herausforderungen verstehen und gesundheitsökonomische Herausforderungen managen können".

Gestartet werden soll 2013 mit 25 Studenten im Bereich "Health Sciences" sowie je 20 in den Bereichen Psychotherapie und Neuro-Rehabilitationswissenschaften. Im Humanmedizin-Bereich sind im Endausbau jährlich 70 Master-Absolventen geplant.

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