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Gesundheitspolitik 18. Juni 2012

Hausarztmodell – eine wissenschaftliche Bewertung

Ein Weg in die Zukunft?

Mit der Finanzierung aus einem Topf allein wird die Sanierung des spitalslastigen österreichischen Gesundheitssystems wohl nicht gelingen, so die Österreichische Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM) in einer aktuellen Aussendung. Die Etablierung von innovativen Konzepten insbesondere im Bereich der medizinischen Grundversorgung bzw. der Hausarztmedizin sei nun angezeigt, damit Geld nicht neuerlich bevorzugt in die stationäre Versorgung bzw. in deren Ambulanzen fließe.



Vorzeigemodelle aus ähnlichen Gesundheitssystemen wie dem österreichischen gibt es bereits. Eine wissenschaftliche Bewertung dazu wurde am 15. Juni am Hauptstadtkongress in Berlin vorgestellt.

Die AOK, Deutschlands größter Krankversicherer, ist 2008 in Baden-Württemberg neue Wege gegangen. Sie hat dort mit Hausarztverträgen in eine bessere Versorgung ihrer Versicherten investiert. Sie hat gleichzeitig dazu eine Evaluation in Auftrag gegeben, die jetzt von Wissenschaftern der Universitäten Heidelberg und Frankfurt präsentiert wurde. Diese kamen zum Schluss, dass durch das Hausarztmodell insbesondere chronisch Kranke besser und strukturierter versorgt wurden und sich Wirtschaftlichkeitseffekte bei Arzneimittel- und Krankenhausausgaben ergaben.

Derzeit nehmen an diesen Verträgen 1,1 Milionen Versicherte und 3500 Hausärzte teil. Teilnehmende Hausärzte werden über eine kontaktunabhängige und eine kontaktabhängige Pauschale sowie Zuschläge für die Betreuung chronisch Kranker, ärztliche Qualifikationen und Ergebnisqualität bezahlt.

Qualitätsmodell, nicht Sparmodell


Hingewiesen wurde bei der Präsentation besonders darauf, dass es sich um kein Spar- sondern ein Qualitätsmodell handelt mit begleitenden Auflagen für Fortbildung und Qualitätsmanagement. Das Konzept beruht auf Freiwilligkeit sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten, seine Ausweitung ist geplant.

PA ÖGAM/Is, springermedizin.at

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