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Foto: Österreichische Ärztekammer
Dr. Günther Wawrowsky, Obmann der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte
 
Gesundheitspolitik 26. Mai 2009

Die Diagnose-Codierung könnte viel Arbeit und finanziellen Aufwand für niedergelassene Ärzte bedeuten.

Das System der leistungsorientierten Krankenhausfinanzierung hat sich nicht wirklich bewährt. Über die Bewertung einzelner Leistungen werden oft sehr intensive und langwierige Diskussionen geführt. Es kommt zu einem täglichen Konkurrenzkampf, weil der einzelne LKF-Punkt immer weniger wert ist. Es darf also nicht dazu kommen, dass die negativen Erfahrungen aus dem stationären Feld sich im ambulanten Bereich wiederholen.

Wir leiten ja schon jetzt eine Dokumentation erbrachter Leistungen an die Sozialversicherungen weiter, eine Codierung würde dies stark verkomplizieren. Die Ärzte hätten zudem angesichts der desaströsen finanziellen Situation der Kassen sicher keine Chance auf Honorierung dieser zusätzlichen Leistung.

Momentan wird der KAL-Musterkatalog von den einzelnen Fachgruppen im Detail analysiert. Wichtig ist, dass die ganz konkreten Erfahrungen aus dem niedergelassen Bereich einfließen können. Schon bei der ersten Grobsichtung haben sich einige Problemfelder aufgezeigt. Ein Grundproblem des KAL ist auch, dass gleiche Leistungen in den Bundesländern momentan verschieden honoriert werden. Eine bundesweite Umsetzung des KAL braucht also zuerst eine Überlegung, wie mit diesen jahrzehntelang gewachsenen Unterschieden umgegangen werden kann, die eng mit den realen Versorgungsstrukturen und Abläufen vor Ort zusammenhängen.

Ein ganz wichtiges Thema ist jenes der zu erwartenden Kosten für den einzelnen Arzt. Es kann nicht sein, dass wieder alles bei den Ärzten hängen bleibt. Noch dazu, ohne dass der zu erwartende bürokratische Aufwand des Arztes und seines Teams abgegolten wird. Nicht nur mein Eindruck ist: Für wirkliche Verbesserungen ist kein Geld da!

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Der Code für alle Fälle

 

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 21 /2009

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