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Dr. Gottfried Endel, Leiter der Abteilung für Evidence Based Medicine (EBM) und Health Technology Assessment (HTA) im Hauptverband der Sozialversicherungen, Wahlarzt für Allgemeinmedizin
 
Gesundheitspolitik 26. Mai 2009

Codierung kann Vorteile für die Qualität der Praxis bringen.

Man kann natürlich immer die Frage stellen: Wie gut sind Diagnose-Codierungen, die aus ärztlichen Routinedaten kommen? Fakt ist jedenfalls, dass es ein System braucht, um festzustellen, was im Gesundheitswesen wo genau gemacht wird.

Wird der ICD-10-Code in Bezug auf die Umsetzbarkeit für den niedergelassenen Bereich betrachtet, gibt es Bereiche, wo dies kein Problem ist – wo also die Qualität auch ähnlich dem ICPC-2 ist –, und einige Felder, bei denen sicher noch Abstimmungs- und Justierungsbedarf besteht.

Wie viel Aufwand das konkrete Codieren für den einzelnen Arzt tatsächlich bedeutet, hängt unmittelbar mit dem eingesetzten Softwaresystem in der Ordination zusammen. Es gibt ja schon jetzt viele Ärzte, die aus Gründen der Qualitätssicherung codieren und wo das EDV-System aufgrund von eingegebenen Texten selbstständig Codierungen vorschlägt. Bei anderen Systemen muss erst in pdf-Dokumenten oder auf verschiedenen Websites nachgesehen werden. Dazu kommt: Gerade bei Allgemeinmedizinern werden die Patienten oft ein Leben lang betreut. Gewisse Krankheiten ändern sich hier nicht so schnell und werden deshalb von intelligenten Systemen auch automatisch fortgeschrieben. Und dass Diagnosen weitergegeben werden, gab es auch schon zu Zeiten des Krankenscheins auf Papier.

Der Hauptverband hat 2002 der Ärztekammer ein Softwaretool für die Codierung angeboten, das sich gut in Ordinationssysteme integrieren lässt und für den Arzt geringe Kosten bedeutet hätte. Das wurde jedoch wegen genereller Bedenken gegen die Codierung abgelehnt.

Die Durchführung der Codierung bedeutet für den einzelnen Arzt ein gewisses Maß an Umstellung. Aber in Hinblick auf das erwünschte Ziel, die Geldflüsse im Gesundheitssystem – über 2,3 Milliarden Euro im Jahr – besser steuern zu können, stünden Aufwand und Nutzen in einem guten Verhältnis.

Gefragt ist letztlich die Politik, um ein gutes System für die ambulante Diagnose- und Leistungsdokumentation schrittweise umzusetzen, wobei auch sicher zu klären ist, wer welche Kosten übernimmt.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Der Code für alle Fälle

 

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 21 /2009

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