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Gesundheitspolitik 29. Mai 2012

Soziale Ungleichheit in Bezug auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten in Österreich

Studien haben gezeigt, dass Personen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status (SES) eine schlechtere Gesundheit und ein schlechteres Gesundheitsverhalten sowie eine erhöhte Mortalität aufweisen als Personen mit einem hohen SES. Bisher wurden bereits Studien durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen der Mortalität und dem SES bei österreichischen Erwachsenen untersucht haben, jedoch nicht in Bezug auf spezifische Variablen, die einen Einfluss auf die Sterberate haben. Daher untersuchten wir in unserer Arbeit, ob sich in Österreich Personen mit einem niedrigen versus hohen SES hinsichtlich verschiedener Erkrankungen, ihres Gesundheitsverhaltens, der Lebensqualität und der Inanspruchnahme von medizinischen Dienstleistungen unterscheiden. Dazu wurden die Daten von 12.892 Personen, die an der österreichischen Gesundheitsbefragung (ATHIS) 2006/2007 teilgenommen haben, hinsichtlich dieser Variablen analysiert. Personen mit einem niedrigen SES unterscheiden sich signifikant von jenen mit einem hohen SES in Bezug auf ihr Gesundheitsverhalten (z. B. Ess- und Bewegungsverhalten) sowie die Lebensqualität. Sie berichten, dass sie an signifikant mehr Krankheiten (z. B. Herzinfarkt) leiden und das Gesundheitssystem häufiger in Anspruch nehmen. Ein niedriger SES hat einen starken negativen Einfluss auf die Gesundheit von ÖsterreicherInnen. Deshalb wird in Österreich ein kontinuierliches Gesundheitsprogramm speziell für Personen mit einem niedrigen SES benötigt.

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