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Foto: Buenos Dias/photos.com / Ärzte-Woche-Montage
Jeder Krankheit ihr individuelles Buchstaben- und Zahlenkürzel als Code. Was in den Spitälern seit Jahren Usus ist, soll nun auch in den Ordinationen Einzug halten. Die niedergelassenen Ärzte fürchten jedoch einen größeren administrativen Aufwand und erh
 
Gesundheitspolitik 26. Mai 2009

Der Code für alle Fälle

Ärzte befürchten bürokratische Belastungen und Zugangsbeschränkungen für Patienten.

Hinter dem Arbeitstitel „Ambulantes Diagnose- und Leistungssystem“ steckt ein neuer Versuch, den Boden dafür zu ebnen, die leistungsorientierte Finanzierung auf den niedergelassenen Bereich zu übertragen.

Wenn es um Bürokratie im Spital geht, ist meist auch der erhebliche Aufwand für die Codierung der erbrachten Leistungen gemeint. Ärzte und Pflegefachkräfte müssen oft kreative Kombinationen entwickeln, damit das zum Teil unflexible System mit der Lebensrealität individueller Patienten und den nötigen medizinischen Maßnahmen kompatibel ist. Schon Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat hatte eine „baldige“ Anwendung des für die Codierung verwendeten ICD-10 auch für den niedergelassenen Bereich angekündigt. Bund und Länder schlossen dafür sogar eine eigene §15a-Vereinbarung ab. Aktuell, also acht Jahre später, wird wieder an neuen Leistungskatalogen gefeilt – die Widerstände und Vorbehalte sind dieselben geblieben.

Der Hauptverband der Sozialversicherungen hat gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und unter Einbindung der Bundesländer einen „Katalog für ambulante Leistungen“ (KAL) entwickelt, der über 500 Positionen enthält und nun auf seine Tauglichkeit überprüft wird. Aus Sicht der Ärzte enthält er viele Schwächen und ist zudem unflexibel.

Die Weiterentwicklung stagnierte, nun wird auch über die Codierung mittels „International Classification of Primary Care“ ICPC-2 diskutiert. Dieser Code wurde von der Weltorganisation der niedergelassenen Ärzte (WONCA) entwickelt und soll besser dem Alltag der niedergelassenen Ärzte angepasst sein. Einen Konsens zu dessen Implementierung gibt es in der heimischen Ärzteschaft allerdings nicht.

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Christian Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 21 /2009

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