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Gesundheitspolitik 22. Mai 2012

WHO ringt um Reformen

65. Weltgesundheitsversammlung der Weltgesundheitsorganisation eröffnet.


Begleitet von Forderungen nach einer rascheren Reform der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Montag deren 65. Jahresversammlung begonnen. Nur über eine Modernisierung könne die WHO weiterhin ihre Führungs- und Koordinationsrolle im globalen Gesundheitsbereich wahrnehmen, betonte der Schweizer Innenminister Alain Berset als Vertreter des gastgebenden Landes zur Eröffnung in Genf.


"Die WHO hat das Potenzial, das Leben der Menschen auf dieser Welt zu verbessern", sagte Berset vor rund 3.000 Delegierten aus den mehr als 190 WHO-Mitgliedstaaten. Weitere Fortschritte hin zur universellen medizinischen Versorgung, wie sie mit den Millenniumszielen der UN angestrebt werden, seien möglich. Die Weltgesundheitsversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der 1948 gegründeten WHO.

Finanzkrise reißt Lücken ins WHO-Budget


Vertreter von Hilfsorganisationen berichteten am Rande der Konferenz, dass die Finanzkrise zu erheblichen Lücken im Budget der WHO geführt habe und daher ihre wichtigsten Vorhaben gefährdet seien. Sie kritisierten, dass bislang 80 Prozent der Staatenbeiträge zum WHO-Haushalt freiwillig und zudem meist an spezielle Projekte gebunden seien. Lediglich über die Verwendung von 20 Prozent der Zuwendungen könne die Organisation selbst flexibel entscheiden.

Hauptthema sind die nicht übertragbaren Krankheiten

Bei der Konferenz geht es unter anderem um die beunruhigende Zunahme zahlreicher nicht übertragbarer Krankheiten wie etwa Bluthochdruck oder psychische Leiden. In vielen Staaten hat dies nach WHO-Angaben bereits zu einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen geführt.

Wiederwahl Margaret Chans wahrscheinlich

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan hatte im vergangenen Jahr tiefgreifende Reformen in der Verwaltung, der Geschäftsführung sowie bei der Finanzierung der Organisation versprochen. Seitdem wurden zahlreiche Stellen im Genfer WHO-Hauptquartier gestrichen. Der WHO-Exekutivrat hatte sich im Januar für Chans Wiederwahl zu einer zweiten Amtszeit ausgesprochen. Damit wird am Mittwoch gerechnet. Die WHO-Versammlung dauert bis Samstag.

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