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Gesund älter werden, heißt die Devise für die Österreicher in den kommenden zwei Jahrzehnten.
 
Gesundheitspolitik 21. Mai 2012

Österreicher sollen zwei Jahre länger gesund leben

Zehn Gesundheitsziele für die kommenden zwei Jahrzehnte.

In der Bundesgesundheitskonferenz werden am kommenden Donnerstag zehn Gesundheitsziele für Österreich vorgestellt. Sie sollen als Rahmen für die Steuerung des Gesundheitswesens dienen und die Handlungsschwerpunkte für die nächsten 20 Jahre vorgeben. Ziel ist es laut Gesundheitsministerium, dass die Österreicher dadurch zwei Jahre länger gesund leben können.



Die Österreicher werden im Durchschnitt 80 Jahre alt, allerdings nur rund 60 davon auch gesund. Die Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit, Pamela Rendi-Wagner, hat daher als Ziel ausgegeben, mit den Rahmen-Gesundheitszielen in den nächsten 20 Jahren die gesunde Lebenserwartung, die wir ohne Krankheit verbringen, um zwei Jahre zu erhöhen.

Fachgremium hat Ziele ausgearbeitet



Ein aus 30 Personen bestehendes Fachgremium, in dem alle relevanten Organisationen und politischen Felder vertreten sind, hat die Ziele im Laufe des letzten Jahres erarbeitet. Die breite gesellschaftliche Einbindung wurde gewählt, weil etwa auch soziale Sicherheit, ein guter Umweltzustand und der Bildungsstatus zur Gesundheit beitragen.

Mitarbeit der Bevölkerung

Über das Internet hat auch die Bevölkerung Gelegenheit gehabt, an der Entstehung der Ziele mitzuwirken. Knapp 4.300 Einträge wurden über die Internet-Plattform abgegeben. Gesundheitsminister Alois Stöger (S) zeigte sich "hoch erfreut" über die rege Beteiligung. Und auch die breite gesellschaftliche Basis bei der Erarbeitung von allen für die Gesundheit relevanten Ministerien über die Sozialpartner bis hin zu NGOs wie der Armutskonferenz erfüllt ihn mit Stolz.

Lebensbedingungen im Mittelpunkt

Die Rahmen-Ziele sind bewusst allgemein formuliert. So werden etwa gesundheitsförderliche Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Bevölkerungsgruppen durch Kooperation aller Politik- und Gesellschaftsbereiche als Ziel ausgegeben. Natürliche Lebensgrundlagen wie Luft, Wasser und Boden sowie alle unsere Lebensräume sollen auch für künftige Generationen nachhaltig gesichert werden. Es soll für gesundheitliche Chancengerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und sozioökonomischen Gruppen, unabhängig von Herkunft und Alter gesorgt werden. Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung soll verbessert, die Gesundheit durch sozialen Zusammenhalt gestärkt werden. Ein gesundes Aufwachsen für Kinder und Jugendliche soll bestmöglich unterstützt, gesunde Ernährung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für alle zugänglich gemacht werden. Gesunde und sichere Bewegung im Alltag soll durch entsprechende Gestaltung der Lebenswelten gefördert werden, ebenso die psychosoziale Gesundheit in allen Bevölkerungsgruppen. Und schließlich wird als Ziel formuliert, die "qualitativ hochstehende und effiziente Gesundheitsversorgung für alle nachhaltig" sicherzustellen.

Konkret wird es Ende des Jahres


Diese Ziele sollen nach ihrer öffentlichen Präsentation am Donnerstag im Juni von der Bundesgesundheitskommission beschlossen werden. Danach sollen von dem 30-köpfigen Fachgremium, das die Ziele erarbeitet hat, konkrete Maßnahmen dazu erarbeitet werden. Erste konkrete Vorschläge sollen bis Ende des Jahres vorliegen.

Offiziell vorgestellt werden die Ziele am kommenden Donnerstag im Rahmen einer Bundesgesundheitskonferenz. Als internationale Gäste werden dazu Luxemburgs Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo, der über die Erfahrungen seines Landes mit Gesundheitszielen berichten wird, und die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa, Zsuzsanna Jakab, erwartet. Jakab hat sich bereits im Vorfeld lobend über die österreichische Initiative geäußert und will das neue Rahmenkonzept "Gesundheit 2020" für Europa vorstellen.

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