zur Navigation zum Inhalt
Foto: Privat
Prof. Dr. Peter Dal-Bianco, Leiter und Gründer der ersten österreichischen Gedächtnisambulanz an der Wiener Universitätsklinik für Neurologie und Mitarbeiter des Demenzberichts
 
Gesundheitspolitik 12. Mai 2009

Demenzforschung muss künftig viel stärker gefördert werden.

In den vergangenen Jahren wurden die Themen Gedächtnisstörung und Demenz weniger stark tabuisiert, Betroffene gehen stärker aus eigenem Antrieb zum Arzt. Der neue Demenzbericht ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Betreuungssituation und Sensibilisierung für das Thema in der Bevölkerung und im Gesundheits- und Sozialbereich. Weiters wird die Vernetzung der vielen Projekte und Initiativen zum Thema Demenz gefördert – wobei hier sicher noch viel zu tun ist.

Nach wie vor werden Warnzeichen für Demenz auch von vielen Ärzten nicht ausreichend wahrgenommen. Die Fortbildung muss ausgebaut werden. Große Probleme gibt es zudem bei der Einstufung zum Pflegegeld, da der Fokus zu stark auf körperlicher Funktionalität liegt. Nötig ist ein Abbau bürokratischer Schwellen für Betroffene und Angehörige sowie Schulungsmaßnahmen für Begutachter. Und es braucht weitere leistbare Unterstützungsmaßnahmen für Betreuer und Angehörige: Schulungen, Urlaub von der Pfle ge, Selbsthilfegruppen sowie Strukturen, die auch stundenweise Unterstützung und Betreuung umfassen.

Ein großes Manko ist die unzureichende Forschung in Österreich: Derzeit arbeiten wir mit Hochrechnungen von anderen Ländern. Die Österreichische Alzheimer Gesellschaft (ÖAG, www.alzheimergesellschaft.at) arbeitet an dem Projekt „PRODEM“, einer österreichweiten Demenz-Datenbank. In diese werden in den kommenden Jahren Daten von mindestens 3.000 Demenz-Patienten aus ganz Österreich eingegeben. So entstehen erstmals österreichspezifische Ausgangdaten für weitere Forschungsprojekte. PRODEM ist auch Voraussetzung für die Zuteilung von Forschungsgeldern. Dringend nötig ist jetzt aktuell, ausreichend öffentliche Mittel für PRODEM zur Verfügung zu stellen.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Der Demenz aktiv begegnen

 

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 20/2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben