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Foto: Caritas socialis
Menschen mit Demenz werden in einer speziellen Wohngemeinschaft in ihrer Persönlichkeit wahrgenommen und gefördert – hier beim Marmeladekochen.
 
Gesundheitspolitik 12. Mai 2009

Der Demenz aktiv begegnen

Zahlen und Prognosen zu Demenz gibt es schon lange, konkrete Maßnahmen dagegen kaum.

Kürzlich wurde der „Erste Österreichische Demenzbericht“ präsentiert, der vom „Competence Center Integrierte Versorgung“ der österreichischen Sozialversicherung erarbeitet worden war. Er ortet Mankos bei Behandlungspfaden, diagnostischen und therapeutischen Leitlinien sowie bei den Unterstützungsmaßnahmen für pflegende Angehörige.

Offiziell gibt es derzeit in Österreich etwa 100.000 Menschen mit Demenz, bis zum Jahr 2050 werden es schätzungsweise 270.000 sein. Bei etwa 70 Prozent dieser Personen steht der Morbus Alzheimer im Vordergrund, bei etwa 15 Prozent sind vaskuläre Probleme die Ursache.

Soeben hat die Österreichische Ärztekammer eine Kampagne zum Thema Demenz gestartet. Mit Plakaten und Kampagnen soll in den kommenden Wochen die Aufmerksamkeit für die Erkrankung gesteigert werden. Ein wichtiges Ziel ist die Forcierung der Früherkennung.

Da hauptsächlich ältere Menschen von Demenz betroffen sind, beträgt die durchschnittliche Krankheitsdauer zwischen neun und 15 Jahre. Dabei führt Alzheimer nicht direkt zum Tod. Die Erkrankung wirkt sich vielmehr auf den Cortex aus. Zunehmend steht ein „Sekundenleben“ im Vordergrund, und die persönliche Lebensgeschichte verblasst. Bei der fortgeschrittenen Alzheimererkrankung kommen zur Vergesslichkeit Verhaltensstörungen hinzu: Gerade wenn nicht geschulte Angehörige/Betreuungspersonen sich damit konfrontiert sehen, können damit verbundene Aggressionen auch zu Gewalttaten eskalieren.

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 20/2009

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