zur Navigation zum Inhalt
Foto: Privat
Dr. Thomas Kalmar, Facharzt für Orthopädie, arbeitet in einer orthopädischen Kassen-Gruppenpraxis, im „Ärztekompetenzzentrum Krems“
 
Gesundheitspolitik 12. Mai 2009

Rahmenbedingungen für Gruppenpraxen sind nach wie vor unattraktiv.

Die Spitäler werden zunehmend mit Aufgaben konfrontiert, die eigentlich in den niedergelassenen Bereich gehören und dort effizienter angegangen werden können. Eigentlich sollte ein Großteil der medizinischen Abklärung im Vorfeld eines Spitalsaufenthalts geschehen. Spitäler sollten an der Spitze der Versorgungspyramide stehen, sich auf komplexere medizinische Felder konzentrieren können. Es wird aber immer stärker Basisarbeit geleistet – dies trägt auch zu einer immer stärker werdenden Verschärfung der Problematik der ständigen Überschreitung der Arbeitszeiten bei sowie zur Überlastung der Ärzte.

Gerade die Orthopädie, aber auch andere Fächer sind prädestiniert für die Versorgungsform der fachärztlichen Gruppenpraxis oder der Zusammenarbeit von Allgemein- und Fachmedizinern. Es gibt zwar nun in verschiedenen Bundesländern die Möglichkeit, Gruppenpraxen zu gründen, aber unter dem Strich sind die Rahmenbedingungen nicht wirklich förderlich. Schon lange wird etwa versprochen, dass auch Ärztinnen und Ärzte eine Ges.m.b.H. gründen können, davon ist aber leider nach wie vor keine Rede.

Außerdem müssten die Strukturen und Rahmenbedingungen die optimale Reihenfolge der Versorgung viel stärker fördern, also Allgemeinmediziner, Facharzt und dann Spital. Wobei es auch darum geht, die Zusammenarbeit zwischen Fachärzten intra- und extramural viel mehr zu forcieren. Ein Schritt dorthin wäre die Schaffung von Modellregionen, in denen die Abläufe der Versorgung auch auf der Basis sinnvoller Kooperationen umgesetzt werden. Leider wird in der heimischen Gesundheitspolitik sehr kurzfristig gedacht, und es ist eher ein Gegeneinander von Spitälern und dem niedergelassenen Bereich an der Tagesordnung. Das spiegelt sich auch in der Finanzierung und den Schwierigkeiten bei der optimalen Verteilung der Mittel wider.

Die demographische Entwicklung der Bevölkerung wird einen weiteren Anstieg von Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparats bringen – diese Probleme können unmöglich alleine vom Spitalsbereich oder nur den niedergelassenen Ärzten aufgefangen werden.

Lesen Sie auch die Einführung zum Thema dieser Standpunkte:
Full-Service für Patienten

 

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 19/2009

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben