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Foto: Privat
Dr. Alfred Ferlitsch, Fachgruppenobmann der Internisten in Kärnten
 
Gesundheitspolitik 12. Mai 2009

Neue §15a-Vereinbarungen könnten Allgemeine Versorgungszentren bringen.

Schon länger strebe ich die Gründung einer Gruppenpraxis an. Der Widerstand seitens der Gesundheitspolitik sowie eine gewisse Skepsis der Spitalsärzte verschwinden zunehmend. Aber noch gibt es einige Hürden: Viele Wahlärzte sehen die Gruppenpraxen als drohende Konkurrenz an, was nicht nur aus meiner Sicht kurzsichtig ist.

Was aber zu wenig thematisiert wird, ist, dass die Zukunft des niedergelassenen Facharztes in Gefahr ist. Denn Spitalsträger wie die Kärntner Kabeg investieren in den Auf- und teils massiven Ausbau von spezialisierten Ambulanzen oder Versorgungszentren. In Zukunft wird es darum gehen, wer Leistungen im ambulanten Bereich günstiger anbieten kann. Die Fachärzte müssen hier aktiv werden, um dran zu bleiben. In Deutschland hat das Verschwinden der Fachärzte schon begonnen, gerade auch durch den massiven Ausbau der Medizinischen Versorgungszentren, die oft an Spitäler angeschlossen oder in diese direkt integriert sind. Dazu kommt, dass die Träger dieser Zentren immer häufiger Kapitalgesellschaften sind und die Mediziner in deren Abhängigkeit geraten.

Es geht also meiner Meinung nach darum, Strukturen zu schaffen, die den Zusammenschluss von Ärzten fördern, bei denen die Mediziner auch weiter das Sagen haben.

Ein Schritt in diese Richtung wäre etwa die Überarbeitung von Reihungsrichtlinien in Bezug auf die Besetzung von Gruppenpraxen: Denn bei diesen ist es essenziell, dass die beteiligten Ärzte gut miteinander können, vielleicht schon die Zusammenarbeit in verschiedenen Formen und Feldern ausgetestet haben.

Gruppenpraxen bringen nicht nur eine bessere Qualität in der Versorgung, sondern auch viele Vorteile für den Patienten: Die freie Arztwahl bleibt gewährleistet, die Öffnungszeiten der Ordinationen können ausgeweitet werden, und oft bleibt ihm die Überweisung ins Spital erspart, weil mehr Versorgung im niedergelassenen Bereich möglich ist.

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Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 19/2009

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