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Foto: PhotoDisc
Viele Spezialisten an einem Ort, kurze Wege für Patienten: Gruppenpraxen.
 
Gesundheitspolitik 12. Mai 2009

Full-Service für Patienten

Rahmenbedingungen hemmen das Anwachsen der Zahl von Gruppenpraxen.

Die Ärzteschaft fordert die Umsetzung der Pläne zu ärztlichen Ges.m.b.Hs – sie befürchtet sonst das Verschwinden des Berufsstandes des niedergelassenen, unabhängigen Facharztes.

In einem aktuellen Urteil gibt der Europäische Gerichtshof (EuGH) dem bekannten Betreiber einer großen Fotokette recht, der schon seit Jahren die Gründung privater Zahnkliniken anstrebt. Der EuGH hat festgestellt, dass die Bedingungen für die Gründung von Krankenanstalten nicht 1:1 auf Gruppenpraxen umlegbar und hier eigene Bestimmungen nötig sind. Einmal mehr steht daher die Vision von Ambulanzzentren mit angestellten Ärzten im Raum, die in den Händen privater Gelbgeber sein könnten.

Sind die niedergelassenen Ärzte vom Verschwinden bedroht? Fakt ist, dass Spitalsträger dazu übergehen, über ihre Rolle in der künftigen Gesundheitsversorgung nicht nur nachzudenken, sondern auch „Produkte“ zu entwickeln, also neue Formen von medizinischen Angeboten, die auf die vorhandenen Ressourcen eines Spitalbetriebs zurückgreifen können.

Inzwischen gibt es in fast allen Bundesländern die Möglichkeit, dass Allgemeinmediziner und Fachärzte Gruppenpraxen gründen. Allerdings bewegt sich die Umsetzung in einem äußerst überschaubaren Rahmen. Eher restriktive Bedingungen der Kassen und auch Vorbehalte in regionalen Ärztekammern behindern einen stärkeren Anstieg. Letztere befürchten, dass die wirtschaftliche Position der ärztlichen Einzelkämpfer gefährdet werden könnte.

Es geht auch um die Grundsatzfrage, wo der Schwerpunkt der Gesundheitsversorgung liegen soll: im Spitals- oder im niedergelassenen Bereich? Auch wenn es immer wieder Aussagen zur Stärkung des extramuralen Feldes gibt, bleiben diese oft zahnlos. Gerade für den Aufbau von Gruppenpraxen ist das ein Hindernis.

Lesen Sie zu diesem Thema auch diese Standpunkte:

Von Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , Ärzte Woche 19/2009

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