zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 9. Mai 2012

Eine "Kammer Neu" verspricht der frisch gewählte Wiener Ärztekammerchef

Kammerextern und -intern hat Prof. Dr. Thomas Szekeres große Pläne. Und auch mit Visionen geizt der neue Wiener ÄK-Präsident nicht.

Wie SpringerMedizin.at berichtete, wurde Prof. Dr. Thomas Szekeres am 7. Mai 2012 von der Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit zum neuen Präsidenten der Ärztekammer für Wien gewählt. In einem ersten Positionspapier skizziert er seine Arbeitsschwerpunkte der kommenden fünf Jahre: die "Kammer Neu" mit mehr Serviceleistungen, mehr Engagement für die Mitglieder, mehr Mitsprache in der Gesundheitspolitik sowie ein Ausbau der Gesundheitsvorsorge.

 

"Ich sehe mich als Vertreter aller Wiener Ärztinnen und Ärzte. Es ist mir ein Anliegen, künftig die Vernetzung zwischen dem niedergelassenen und dem Krankenhausbereich zu verstärken und zu verdichten, um damit die Gesundheitsversorgung der Wiener Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig die Belastungen gerechter aufzuteilen. Eine Stärkung der Ärztekammer nach außen und nach innen - bei Durchführung nachhaltiger Reformen - ist das Ziel für die kommenden fünf Jahre", betont Szekeres.

Kammerintern heißt das vor allem die Schaffung moderner und effizienter Dienstleistungen für die Kolleginnen und Kollegen, die Verschlankung der beamteten Strukturen, die Senkung der Kammerumlage und die Forcierung der Aus- und Weiterbildungsangebote, Bündelung der Referate sowie eine Offensive für den Nachwuchs. "Wir brauchen in Zukunft genügend viele, motivierte und gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte. Ein Generationen- und Genderwechsel kommt."

Kammerextern heißt das die aktive Mitgestaltung der Gesundheitspolitik in Wien, gemeinsam mit den Partnern - Sozialversicherungsträger, Gesundheitsressort und Krankenhäuser -, die Schaffung von neuen Projekten, mehr private Gruppenpraxen als Ambulanzordinationen, die Beseitigung des Fachärztemangels in bestimmten Fachrichtungen, die rechtzeitige Entwicklung von Pflegekonzepten sowie eine Offensive für die Gesundheitsvorsorge. Szekeres: "Dafür haben wir soeben die Studie Großstadt und Medizin erarbeitet, die eine wertvolle Basis für künftige Maßnahmen und Notwendigkeiten darstellt."

Auch Vertreter der Patienten

Die Ärztekammer sieht Szekeres auch als Vertreter der Patienten. Mit diesen Grundsätzen werden von ihm auch die Prioritäten der kommenden fünf Jahre festgelegt: bessere Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern, eine bessere Ausbildung für Jungmediziner, die Aufwertung des Allgemeinmediziners, mehr Kassenverträge, mehr Gruppenpraxen sowie eine bessere Verzahnung des extra- und intramuralen Bereichs.

Zukunftsvisionen
Szekeres sieht auch eine Reihe von realisierbaren Visionen für die Zukunft in Wien.
Restrukturierung der Ärztekammer zu einem schlanken, modernen, serviceorientierten Interessenforum für die Ärzteschaft. Erarbeitung eines neuen Selbstverständnisses im Verhältnis Arzt/Patient/Gesellschaft sowie die Wahrung der Interessen des Patienten im Sozialstaat und Absicherung der medizinischen Standards in Österreich.
Weiters will er sich intensiv um eine umfassende Ausbildungs- und Qualitätsoffensive bemühen, eine deutlich stärkere Mitsprache der gesamten Ärzteschaft in allen Belangen der Gesundheitsreform ("Angesichts der bestehenden Finanz- und Strukturprobleme ein besonders entscheidender Punkt"), die Wahrung der Autonomie der Ärztekammer sowie Mitspracherecht "auf Augenhöhe" mit Politik und Sozialversicherungsvertretern. "Ich strebe die konstruktive Mitarbeit an der Krankenhausreform Wien sowie die Dialogbereitschaft mit allen daran beteiligten Kräften an", stellt Szekeres klar.
In diesem Sinne will er die Ärztekammer in Zukunft auch weniger als "Klientelvertreterin" und mehr als "bestimmende mitgestaltende Kraft einer der wesentlichen Berufsorganisationen in Österreich" sehen.

Spezielle Situation Wiens

Gerade die Situation in Wien sei "eine außerordentliche, da Wien die einzige Großstadt Österreichs ist". Bezieht man das Umfeld ein, beträgt die Zahl der Patienten mittlerweile zweieinhalb bis drei Millionen. Szekeres sieht hier vor allem die großstadtspezifischen Probleme als Hauptproblemfelder für die Zukunft. Auch werde sich die Ärztekammer "massiv dafür einsetzen, dass es zu einer Lösung in der Causa AKH kommt, und ebenso, dass es zu einer deutlichen Verbesserung der Ausbildungssituation kommt, und zwar sowohl an der Universität als auch in der Turnusausbildung."

Wiener Ärztekammer/IS, springermedizin.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben