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Gesundheitspolitik 4. Mai 2012

Alle eineinhalb Wochen stirbt ein Kind bei einem Unfall

Unfälle sind die Todesursache Nr. 1 bei Kindern

Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und die BV (Die österreichischen Brandverhütungsstellen) zeigen Gefahren auf und informieren über die neuesten Präventivmaßnahmen zum Schutz der Kleinsten.

 

Rund 165.000 Kinderunfälle ereignen sich jährlich in Österreich. Das bedeutet, alle drei Minuten verunglückt ein Kind, täglich müssen im Durchschnitt 460 Kinder medizinisch behandelt werden - und alle eineinhalb Wochen stirbt ein Kind. Damit gehören Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken für Kinder. "Kinder sind lebendig. Sie springen und klettern, toben und spielen, erforschen und untersuchen. Das ist gut und wichtig. Kleine Verletzungen gehören zur Entwicklung eines Kindes dazu und verheilen meist schnell. Nicht akzeptabel sind hingegen jene Unfälle, bei denen Kinder aufgrund fehlender Schutz- oder Sicherheitsmaßnahmen sterben oder bleibende Schäden davontragen. 26 Kinder unter 15 Jahren verunglückten im Jahr 2010 tödlich. Zehn Kinder kamen davon im Straßenverkehr ums Leben, drei Kinder ertranken, vier Kinder stürzten tödlich, ein Kind starb an einer Vergiftung und vier Kinder starben bei einem Brand. Viele tragische Unfälle könnten vermieden werden", erläutert Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereiches Recht & Normen im KFV.

Größte Gefahr für Kinder lauert in den eigenen vier Wänden

Wenig bekannt ist, dass Kinderunfälle nicht nur in erster Linie den Straßenverkehr betreffen, sondern häufig in der Schule (2010: 40.268 Kinderunfälle), zu Hause und in der Freizeit (ca. 79.200 verletzte Kinder im Jahr 2010) passieren. "In der Regel ereignen sich drei von fünf Unfällen in der eigenen Wohnung oder in der näheren Wohnumgebung. Die häufigste Unfallart sind Stürze, die u.a. Knochenbrüche (40 %), gefolgt von Prellungen (15 %) und offenen Wunden (13 %) nach sich ziehen können. Mindestens 60 Prozent der unfallbedingten Verletzungen sind durch vorbeugende Maßnahmen vermeidbar", weiß Kaltenegger.

Unfallarten

85 Prozent der Gesamtunfälle von Kindern unter 5 Jahren ereignen sich im häuslichen Umfeld, zwei Prozent auf Verkehrsflächen oder in Verkehrsmitteln und ein Prozent in der freien Natur. Besonders für Säuglinge und Kleinkinder sind Unfälle zu Hause die größte Gefahr: Sie stürzen vom Wickeltisch oder die Treppe hinunter, verbrühen sich mit heißen Flüssigkeiten oder - besonders dramatisch - ertrinken in der Badewanne oder im Gartenteich. Vorschulkinder verunfallen im häuslichen Bereich, in der Freizeit, aber auch im Kindergarten und im Straßenverkehr. Bei den tödlichen Unfällen stehen nach dem ersten Lebensjahr die Verkehrsunfälle an vorderster Stelle. Jüngere Kinder sind vor allem als Mitfahrer im Auto betroffen. Ab dem Schulalter geraten sie als Fußgänger oder Radfahrer in Gefahr. "Sichern Sie das Kind im Auto immer mit altersgerechten und geprüften Liegeschalen bzw. Kindersitzen - auch auf kurzen Wegen. Überprüfen Sie Ihr Zuhause und sichern Sie Gefahrenquellen wie Stiegen, Biotope und Fenster ab. Machen Sie Ihr Kind auf Problembereiche aufmerksam, sprechen Sie Unfallmöglichkeiten gemeinsam durch und achten Sie auf die richtige Schutzausrüstung", rät Kaltenegger.

Spiel mit dem Feuer

Mehr als die Hälfte aller Brandfälle entfällt auf den privaten Bereich. Rund 4.300 Brände ereigneten sich österreichweit alleine im Jahr 2010 in den eigenen vier Wänden. Durchschnittlich 30 bis 40 Menschen sterben pro Jahr bei Bränden zu Hause. Gerade Kinder sind besonders gefährdet, da sie ausbrechenden Feuern völlig schutzlos ausgeliefert sind. "Offenes Licht und Feuer wie z.B. brennende Kerzen, defekte oder unbeaufsichtigte technische Geräte zählen zu den wichtigsten Brandauslösern. Gerade auf Kinder übt Feuer eine besondere Faszination aus, doch welche verheerenden Folgen und schrecklichen Schicksale das kindliche Spiel mit dem Feuer haben kann, liest man fast täglich in den Zeitungen. Es ist daher besonders wichtig, Kinder für die Gefahren, die vom Feuer ausgehen, so früh wie möglich zu sensibilisieren", weiß Dr. Arthur Eisenbeiss, Sprecher der österreichischen Brandverhütungsstellen und Direktor der BVS-Brandverhütungsstelle für OÖ.

Ebenso ist es wichtig, in der Umgebung von Kindern auf die weitestgehende Vermeidung von Zündquellen zu achten. Offenes Kerzenlicht habe in einem Kinderzimmer nichts verloren, meint daher der BVS-Direktor: "Aber auch Halogenleuchten können als Nachttisch- oder Kinderschreibtischlampe zur Brandgefahr werden. Sie erreichen eine Oberflächentemperatur von bis zu 400 Grad Celsius und können brennbare Materialien wie Papier, Stoffe oder Bettzeug durchaus in Brand setzen. Hier ist in jedem Fall Vorsicht angesagt."
ssenziell ist es aber, gerade in Haushalten mit Kindern auf das Ergreifen der wichtigsten Schutzmaßnahmen zu achten. So wie in jeden Haushalt ein Feuerlöscher gehört, sollte er auch mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein. "Am besten ist es, nicht nur den Flur und das Wohnzimmer damit auszustatten, sondern auch das oder die Kinderzimmer", rät Eisenbeiss: "Wenn es tatsächlich zu einem Brand kommt, warnt der Rauchwarnmelder frühzeitig mit einem schrillen Alarmton und verschafft damit die nötige Zeit, Kinder aus der Gefahrenzone zu retten und die Feuerwehr zu rufen oder gegebenenfalls selbst mit Maßnahmen der Ersten Löschhilfe zu beginnen!"

Fluchtwege

Natürlich zähle es auch zu den Maßnahmen des Vorbeugenden Brandschutzes, auf das Freihalten der Fluchtwege zu achten und sich hin und wieder - am besten gemeinsam mit den Kindern - mit der Wahl des richtigen Fluchtweges und mit dem richtigen Verhalten im Brandfall zu beschäftigen. "Man kann die Kinder nicht oft genug darauf hinweisen, dass sie im Falle eines Brandes so schnell wie möglich die Eltern oder die jeweilige Aufsichtsperson darauf hinweisen sollten und sie sich auf keinen Fall im Kinderzimmer verstecken sollten", erklärt BVS-Direktor Dr. Arthur Eisenbeiss.

Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit

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